Liebe ist die Botschaft: Hausherr Wagener in einer Simplex-Hommage.
Mercedes-Zukunft

Neues Leben für die tote Maschine

Respekt reicht ihm nicht: Mercedes-Designchef Gorden Wagener appelliert an die ganz großen Gefühle. Wie ein Star seiner Zunft das Bild der Marke prägt und warum am Auto der Zukunft nun auch an der Côte d'Azur gefeilt (und geschabt) wird.

Wie viele Menschen in Top-jobs vermittelt Gorden Wagener eine erstaunliche Leichtigkeit von seinem Amt – ganz so, als wäre der 50-Jährige nicht seit elf Jahren Designchef der Daimler AG, als solcher Herr über 600 Mitarbeiter, sondern immer noch der strubbelige Teenager, der mit einer Karriere als Profi-Surfer liebäugelt.

„Ich habe es leider nicht getan“, sagt er dazu, aber den Entschluss, ins Autodesign zu gehen, hat er vermutlich auch nicht bereut. Seine bisherige Karriere ist eine einzige Monsterwelle, die der in Essen geborene Deutsche zumindest in der Öffentlichkeit so cool und leichtfüßig abreitet, als würden Haltungsnoten vergeben.

Peking und Sindelfingen. Heute bittet Ehrendoktor Wagener als Hausherr zur Führung. Daimlers Designabteilung hat ein neues Zelt aufgeschlagen, und es ist erwartungsgemäß kein unwirtlicher Ort. Nach Standorten am norditalienischen Comersee, in Südkalifornien (Carlsbad und Sunnyvale), Peking und quasi zu Hause in Sindelfingen, Stuttgart, hat das „Advanced Design“ des Herstellers nun auch an der südfranzösischen Côte d'Azur ein Zentrum – im Städtchen Sophia Antipolis, etwa 20 Minuten von Antibes und der azurblauen Küste entfernt.