Das Spektakel der Europacup-Helden

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Der Lask brachte Salzburg an den Rand einer Niederlage, die heimischen Topklubs trennten sich in einem packenden Schlager 2:2. Die Rotation beim Meister war zu viel des Guten.

Jesse Marsch wurde am Sonntagabend gewissermaßen zum Spielverderber. Red Bull Salzburg gastierte zum Bundesliga-Schlager beim Lask, es sollte das Gipfeltreffen des zuletzt international so erfolgreichen österreichischen Fußballs werden: Meister gegen Vizemeister, Tabellenführer gegen ersten Verfolger.

Doch der Salzburg-Trainer bot in Pasching nur eine B-Elf auf. Das mag ob der aktuellen Belastungen nachvollziehbar sein – neben der Champions League wartet am Mittwoch ein Cupduell bei Rapid –, doch Marsch zahlte beinahe den Preis für seine Vorsicht. Ein trotz Europa-League-Einsatz am Donnerstag in voller Stärke angetretener Lask lag lange auf Siegeskurs, Salzburg rettete erst in letzter Minute ein 2:2. „Es war ein Fight. Kompliment an den Gegner. Aber wir sind zurückgekommen“, meinte Marsch.

Obwohl der Salzburg-Coach vorerst auf Stammkräfte wie Takumi Minamino oder Goalgetter Erling Haaland (der Champions-League-Held hatte zuletzt Fieber und saß anfangs nur auf der Ersatzbank) verzichtet hatte, wurde der Bundesliga-Schlager seinem Namen gerecht. Viel Pressing, schnelles Umschalten, sehenswerte Kombinationen und wenig Unterbrechungen. Tor- und Strafraumszenen gab es auf beiden Seiten, letztlich mit leichten Vorteilen für Salzburg, das lange einem Rückstand nachlaufen mussten.

Denn der Lask hatte die Unsicherheiten in der neu formierten Salzburger Defensive eiskalt ausgenutzt. Angeführt wurden die Linzer dabei einmal mehr von Thomas Goiginger, der mit einem sehenswerten Lupfer die frühe Linzer Führung besorgte (4.) und das 2:0 von Dominik Frieser vorbereitete (18.).

Die junge Salzburg-Truppe (Marsch hatte fünf afrikanische U21-Talente aufs Feld geschickt) erkämpfte sich den Anschlusstreffer durch Patson Daka (32.). Aber erst nachdem Lask-Verteidiger Petar Filipovic mit Gelb-Rot in die Kabine geschickt worden war (75.) startete der Salzburger Sturmlauf. Die mittlerweile eingewechselten Haaland, Minamino und Zlatko Junuzovic konnten die erste Saisonniederlage des Titelverteidigers gerade noch verhindern. Daka stand nach einem Minamino-Zuspiel goldrichtig (90.) – 2:2.

Bitter für den Lask: Marvin Potzmann hatte zuvor nur die Latte getroffen (68.). „Wir haben sie wirklich an den Rand einer Niederlage gebracht“, meinte Lask-Torschütze Frieser. Coach Valérien Ismaël war zufrieden: „Eine Topleistung.“

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