Im Wattener Stadion gingen für Austria die Lichter aus.
Analyse

Götterdämmerung im Wiener Fußball

Im ÖFB-Cup schwerst blamiert, in der Liga nach acht Runden weiter ein Flop: Austrias Krise gedeiht geradezu prächtig. Da auch Rapid im Cup ausschied, erlebt Wien auch in dieser Saison keine Titelfeier.

Wien. Geht es Rapid und Austria gut, geht es Österreichs Fußball gut – so lautete früher eine geflügelte, getrost verklärte Analyse. Im Rückspiegel ist die Übermacht der Wiener Großvereine jedoch deutlich: Rapid hat 32 Meistertitel errungen, nur die letzte Feier (2008) ist halt sehr lange her. 14 Cupsiege stehen zu Buche, zuletzt gewannen die Grünweißen 1995. Beim Stadtrivalen thronen 24 Titel (zuletzt 2013) und 27 Cupsiege (zuletzt 2009).

Von solch Erfolgen können Klubs und Fans jetzt nur träumen. Krasse Fehlentscheidungen der jeweiligen Führungsriege bei Trainern und Sportdirektoren leiteten in den vergangenen sechs Jahren im Doppelpass mit miserablen Transfers und wackeliger Nachwuchsarbeit den Niedergang ein. Parallel dazu entfalteten die Millionen von Dietrich Mateschitz in Salzburg ungeahnte Sogwirkung für die Topspieler und Trainer, diese Investitionen tragen Früchte.

Seit 2009 wurden die Bullen nur 2011 und 2013 nicht Meister. Rapid und Austria haben stets das Nachsehen. Trotz (oder ob der Baukosten) ihrer neuen Stadien, die den Einkauf besserer Spieler ausschließen. Dank zu schlechter Spieler mit zu langen, zu hoch dotierten Verträgen. Eines ist sehr früh in dieser Saison bereits Gewissheit: der Wiener Fußball muss einmal mehr ohne Titelfeier auskommen.