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Leserstimmen zur Klima-Debatte: "Greta Thunberg, auch ich bin wütend"

Greta Thunberg bei ihrer Rede vor der UNO
Greta Thunberg bei ihrer Rede vor der UNOREUTERS
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„Presse"-Leserbriefe zur Klima-Debatte.

Tausche Klima-Rettung gegen Sozialpolitik - vorerst!

Der Wahlsieg der Grünen spricht Bände über die Dringlichkeit aktueller Probleme. Und doch besteht nur ein kleiner Grund zur Hoffnung, was die Umsetzung dringend nötiger Maßnahmen in unserer Umwelt- und Sozialpolitik angeht. Für die eher sozialistisch eingestellte Basis der Grünen besteht wenig Hoffnung in dieser Regierung einige der ihnen am Herz liegenden Themen umgesetzt zu sehen. Was können wir uns also von der zukünftigen Regierungsbildung überhaupt wünschen, damit wir in eine lebenswertere Zukunft schreiten? Das Potential könnte hier in der gleichsam größten Stärke der Grünen liegen: eine harte Linie für den Klimaschutz - damit wir unsere Klima-Ziele in 5 Jahren bereits überholt haben! Auf diese Art kann auch die Grüne Partei in einer Koalition ihr Gesicht wahren, und Zugeständnisse machen wo sie momentan nötig sind. Dann tauschen wir die Klima-Rettung gegen Sozialpolitik. Vorerst!

Benjamin Frühbauer, 1140 Wien

 

Ökologisch leben heißt eben zu kooperieren

Auf einem der Schilder bei den Demonstrationen zum Klimastreik stand „Eco statt Ego“. Das bringt das ganze Problem sehr treffend auf den Punkt. Ökologisch leben heißt eben zu kooperieren, gemeinsam, vernetzt zu handeln, das Gemeinwohl an erste Stelle zu setzen. Egoistisch leben heißt nur den eigenen Vorteil strategisch – nicht kooperativ – zu verfolgen. Im Unterschied zu „eco“ bedeutet „ego“ eine soziopathische Werthaltung. Deshalb werden die Maßnahmen, die engagiert zu einem globalen großen Wurf in der Klimapolitik führen müssen, immer nur auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner hängen bleiben, denn den egoistisch geprägten „letzten Menschen“ (Friedrich Nietzsche) sind die Nachwelt oder zukünftige Generationen im Grund völlig egal.

Mag. Dr. Günther Witzany, 5111 Bürmoos

 

Sind es wirklich immer die Alten?

Greta Thunberg, Deine Wutrede in New York hat mir imponiert. Aber auch ich bin wütend. Wütend, weil es immer die „Alten“ sind, die an der Zerstörung der Erde schuld sein sollen. Ich gehöre zu einer Generation, die zu Fuß zur Schule ging, wir waren tagaus tagein mit dem Fahrrad unterwegs, wir hatten bis zum Arbeitseintritt weder Fernseher noch Telefon. Wir unterhielten uns persönlich miteinander, spielten in Wald und Wiese, machten die damals fast autoleeren  Straßen „unsicher“. Wir standen auch nicht jeden Tag unter der Dusche, Friseur war Wunschdenken usw. Nach Wachstumsschüben gab's Kleidung, der  Rest war  geschenkt von Verwandten.

"An eine Flugreise war gar nicht zu denken. Dennoch hatte ich eine schöne Kindheit."

Daniela Pichler

Mit 14 Jahren sah ich das erste Mal ein Kino von innen, ein Popkonzert mit 15 bleibt bis heute unvergessen. An eine Flugreise war gar nicht zu denken. Dennoch hatte ich eine schöne Kindheit. Demnächst werde ich 50, und ich sehe mich bis  heute keineswegs als Klimasünderin.

Wenn ich mein Leben mit eurem vergleiche, könnte es unterschiedlicher nicht sein. Bei all euren guten Taten, die ich schätze, vergesst ihr eine wichtige Sache: Habt ihr jemals nachgedacht, woher euer Smartphone, Laptop oder Tablet kommt? Wisst ihr, wie groß der ökologische Fußabdruck eines Handys ist? Habt ihr eine Ahnung, wie viel Energie, wie viele Ressourcen bei Anwendung von  Streamingdiensten verschleudert und damit die Erderwärmung vorangetrieben wird? Ist es notwendig, unentwegt online zu sein? Wohin ging die Maturareise? Wie viele Fotos  wurden im weltweiten Netz versandt? Wisst ihr, wie viele Bäume beim Ausbau von 5G ihr Leben lassen müssen? Habt ihr euch darüber Gedanken gemacht?

Es ist nicht genug, weniger zu fliegen, auf Plastik zu verzichten, Wasser zu sparen, Second-Hand zu tragen, Bio-Äpfel zu kaufen. . . Es braucht mehr, einen lebenswerten Planeten zu retten. Viel mehr! Es liegt auch in eurer Hand.

Daniela Pichler, 5324 Hintersee

Müssen wir uns für Schnitzel und SUV schämen? Oder uns vor einer neuen Radikalisierung fürchten? Und: Was braucht die Klimapolitik?
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