Interview

Mölzer: "FPÖ muss sich neu gründen, wenn sie überleben will"

Andreas Mölzer, FPÖ
Andreas Mölzer, FPÖAPA/HELMUT FOHRINGER

Der frühere EU-Abgeordnete Andreas Mölzer rät der FPÖ im „Presse"-Gespräch von Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP ab.

Die Presse: Herr Mölzer, die FPÖ hat – laut erster Hochrechnung – rund zehn Prozentpunkte verloren, kommt nur noch auf etwa 16 Prozent. Wie bewerten Sie dieses Wahlergebnis?

Andreas Mölzer: Das ist ein blaues Fiasko, anders kann man es nicht formulieren.

Wie viel Anteil an diesem Fiasko hatte Ex-Parteiobmann Heinz-Christian Strache, der zunächst mit dem Ibiza-Video und kurz vor der Wahl dann auch noch mit einer Spesenaffäre für Negativschlagzeilen sorgte?

Natürlich haben seine Aussagen und seine Handlunsgweisen einen Anteil an diesem Wahlergebnis. Aber es gab auch eine Kampagnisierung gegen die Freiheitlichen.

Wie soll es nun weitergehen?

Die FPÖ muss sich neu gründen, wenn sie überleben will. Sie muss ihre moralische Glaubwürdigkeit zurückerobern. Sie muss die Dinge, die sie immer versprochen hat, Sparsamkeit, Transparenz, Antikorruption, auch wirklich umsetzen. Ein für alle verpflichtender Wertekanon könnte hier eine Lösung sein.

Sollte Sebastian Kurz fragen: Würden Sie der FPÖ empfehlen, in Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP zu treten? Immerhin war eine Fortsetzung von Türkis-Blau eines der erklärten Wahlziele der Freiheitlichen?

Nein, davon würde ich massiv abraten. Die FPÖ sollte in Opposition gehen und sich von Grund auf neu aufstellen.