Interview

Neos-Mitbegründer Dengler: „Wir sind da, um zu bleiben“

Veit Dengler auf einem Archivbild
Veit Dengler auf einem ArchivbildAPA/HANS PUNZ

Er gründete mit Matthias Strolz die Neos, wurde Vizeparteichef, nun ist Veit Dengler (50) Manager der Bauer Media Group.

Die Presse: Die Neos liegen vorläufig bei 7,5 Prozentpunkten, wie bewerten Sie als Neos-Mitbegründer dieses Ergebnis?

Veit Dengler: Die Partei hat sich gegen zwei thematische Wellen etabliert, 2017 war es die Migration, dieses Mal die Klimakrise. Wir hätten zwar gern mehr Stimmen gehabt, aber wir können zufrieden sein. Jetzt sind wir endgültig da, um zu bleiben.


Wie bewerten Sie den Umstand, dass die zuletzt nicht im Parlament vertretenen Grünen mit mehr als 14 Prozent deutlich vor den Neos zu liegen gekommen sind?

Die Grünen sind ungefähr wieder auf ihrem Niveau von 2013. Nach den Verlusten durch das Thema „Peter Pilz“ ist es ihnen gelungen, ihr Potenzial auszuschöpfen.


Welche Koalitionsvariante scheint für Sie nun naheliegend?

Wie es derzeit aussieht, geht sich Türkis-Grün komfortabel aus. Für künftige parlamentarische Abstimmungen braucht es ja auch Reserven. Die scheinen gegeben zu sein. Für Sebastian Kurz hätte Türkis-Grün Charme. Er kann es sich nun aussuchen. Er hat ja drei Optionen. Dass er mit der SPÖ koaliert, halte ich allerdings für unwahrscheinlich.


Hat die von Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger immer wieder ausgegebene Warnung vor einer Wiederholung der „Ibiza-Koalition“ nicht richtig gegriffen?

Es ist zu hoffen, dass nach Auszählung sämtlicher Stimmen ein Achter vorn steht. Und damit muss man einfach zufrieden sein. Beate Meinl-Reisinger hat einen sehr guten Wahlkampf gemacht. Sie hatte ja recht mit ihrer Positionierung gegen eine „Ibiza-Koalition“. Aber offenbar wollten etliche Wähler Kurz noch eine Chance geben.


Was heißt das Resultat für die Zukunft der immer noch relativ jungen Neos?

Ein zweistelliges Resultat ist in Zukunft jedenfalls drinnen.