ÖVP

Der „zurückgewählte“ Kanzler und die türkise Lust auf etwas Neues

Ende Mai war die ÖVP-geführte Regierung abgesetzt worden. Umso mehr jubelten am Sonntag auch Hartwig Löger, Karoline Edtstadler, Elisabeth Köstinger und Margarete Schramböck über den Wahlerfolg.
Ende Mai war die ÖVP-geführte Regierung abgesetzt worden. Umso mehr jubelten am Sonntag auch Hartwig Löger, Karoline Edtstadler, Elisabeth Köstinger und Margarete Schramböck über den Wahlerfolg.(c) APA (Georg Hochmuth)

Sebastian Kurz ist der Sieger. Hinter den Kulissen lässt die Partei eine Vorliebe für die Grünen erkennen.

Wien. „Es waren schwere vier Monate - aber heute hat uns die Bevölkerung zurückgewählt“, ruft Sebastian Kurz seinen Fans zu. „Kanzler Kurz, Kanzler Kurz“, intoniert die türkise Anhängerschaft, die sich am Sonntag im Kursalon Hübner im Wiener Stadtpark versammelt hat. Diesen Slogan haben die türkisen Fans schon Ende Mai am Tag der EU-Wahl intoniert. Damals war er eine Trotzreaktion, stand doch die Abwahl der ÖVP-geführten Regierung durch Rot, Blau und der Liste Jetzt im Nationalrat unmittelbar davor. Diesmal aber ist er Ausdruck der Freude, weil Kurz tatsächlich wieder ins Kanzleramt zurückkehren dürfte.
Und das gestärkt: Die ÖVP kommt laut einer ORF-Hochrechnung auf 37,1 Prozent. Das ist nicht nur ein Plus von 5,6 Prozent. Sondern auch der historisch größte Abstand zur zweitstärksten Partei, der SPÖ, sie ist mehr als 15 Prozent dahinter, wie Kurz sagt. „Heute hat das Volk entschieden“, meint ÖVP-Generalsekretär Karl Nehammer. Auch das ist eine Anspielung auf den Misstrauensantrag vom Mai. „Das Parlament hat bestimmt. Das Volk wird entscheiden!“, hat die damals ausgerufene ÖVP-Parole gelautet.