Attacke auf Saudiarabien

Oppositionsgruppe wirft Iran Raketenangriff vor

Irans Präsident, Hassan Rohani.
Irans Präsident, Hassan Rohani.(c) APA/AFP/LUDOVIC MARIN

Der sogenannte Nationale Widerstandsrat behauptet, Irans Revolutionsgarden hätten im September Marschflugkörper vom Typ Ya-Ali auf Ölanlagen abgefeuert. Teheran weist die Anschuldigungen zurück.

Wien/Teheran. Der Iran stecke hinter den Angriffen auf saudische Erdölanlagen am 14. September. Der Plan dafür sei am 31. Juli in einer Sitzung des Obersten Nationalen Sicherheitsrats in Teheran abgesegnet worden. Am Treffen hätten auch Irans Präsident, Hassan Rohani, und Außenminister Mohammed Javad Zarif teilgenommen. Das behauptet der sogenannte Nationale Widerstandsrat im Iran – eine Oppositionsgruppe, die seit langer Zeit gegen das Regime in Teheran kämpft.

Der Widerstandsrat hat dazu am Montag ein dreißigseitiges Papier veröffentlicht. Laut den Oppositionellen hat Irans oberster Führer, Ali Khamenei, ursprünglich den Befehl für die Attacke gegeben. Die Revolutionsgarden seien federführend beim Einsatz gewesen.

 

Operationsbasis Omidiyeh

Die Iraner feuerten demnach unter anderem Marschflugkörper vom Typ Ya-Ali auf die Ziele in Saudiarabien. Produziert wurden die eingesetzten Raketen laut Widerstandsrat in der Militäranlage in Parchin. Operationsbasis für das Unternehmen sei eine Militärbasis in Omidiyeh, im Südwesten des Iran gewesen, schreibt der Widerstandsrat in seinen Unterlagen.

Auch die USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Saudiarabien machen den Iran für den Angriff auf die saudischen Erdölanlagen in Abqaiq und Khurais verantwortlich. Teheran weist diese Vorwürfe aber zurück. Offiziell bekannten sich die Houthi-Milizen im Jemen zu der Attacke. Sie werden vom Iran unterstützt. Eine von Saudiarabien angeführte Koalition fliegt seit Jahren Luftangriffe gegen die Houthis im Jemen.

Der Widerstandsrat behauptet, über seine Milizen, die sogenannten Volksmujaheddin, an die internen Informationen im Iran gelangt zu sein. Der Widerstandsrat und die Volksmujaheddin waren einst von Iraks Diktator Saddam Hussein gegen Teheran unterstützt worden. In den USA standen die beiden Gruppierungen lang auf der Liste der Terrororganisationen. 2012 wurden sie aber wieder von der Liste gestrichen.

Mittlerweile versucht die US-Regierung unter Präsident Donald Trump, den Widerstandsrat als ein mögliches Werkzeug im Kampf gegen das iranische Regime zu benutzen. (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.10.2019)