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"Sinnlose Diskussion": SPÖ-Jugend zieht verärgert aus

Julia Herr
Julia Herr(c) Clemens Fabry, Presse

Die roten Jugend-Organisationen haben die Sitzung des SPÖ-Vorstands vorzeitig verlassen. SJ-Chefin Herr fordert eine Neuaufstellung der Partei - inhaltlich, organisatorisch und personell.

Die roten Jugend-Organisationen haben am Montag geschlossen vorzeitig die Sitzung des SPÖ-Vorstands verlassen. Die Gründe dafür sind noch nicht völlig geklärt. Fest steht aber, dass die Aktion als indirekter Boykott der Kür von Christian Deutsch zum Bundesgeschäftsführer gewertet werden kann. Zum anderen machte der Auszug der Jungen ein einstimmiges Votum unmöglich. Hinter vorgehaltener Hand hieß es indes, dass die Jungen darüber verärgert seien, dass SJ-Chefin Julia Herr möglicherweise kein Mandat erhält, weil Thomas Drozda im Nationalrat bleibt.

Dafür spricht, dass Herr am Montagabend auf Twitter schrieb: „SPÖ muss sich als Gesamtpartei neu aufstellen: inhaltlich, organisatorisch und personell. Habe nach heutiger Sitzung das Gefühl, dass wir das noch öfter fordern müssen bis wir das umsetzen. Haben Sitzung vorzeitig verlassen, weil sinnlose Diskussion. Arbeiten weiter dran!"

Schlagabtausch mit Bures?

Gerüchten zufolge soll es zuvor im Vorstand heftige Wortgefechte zwischen der Jugend und der Zweiten Nationalratspräsidentin Doris Bures gegeben haben. Im „Kurier" wurde der Satz kolportiert: „Die Jugendorganisationen sind der Untergang der Sozialdemokratie.“ Bures ließ das dementieren und will gesagt haben: „Wenn wir nicht solidarisch miteinander umgehen, ist das der Untergang der Sozialdemokratie.“ Sitzungsteilnehmer haben unterschiedliche Erinnerungen, welche Variante jetzt die richtige ist.

Auch Herr betonte am Dienstag, der angebliche Bures-Satz sei so nicht gefallen. Zudem sei es in der Sitzung nicht um ihr Mandat gegangen, sagte Herr. Zur Frage, ob Thomas Drozda nach seinem Rückzug als Bundesgeschäftsführer auf sein Nationalratsmandat verzichten soll, wollte sie sich nicht äußern. Überhaupt wollte sie die personellen Entscheidungen in der SPÖ nicht kommentieren.

Herr plädierte stattdessen einmal mehr dafür, das historisch schlechte Wahlergebnis ernst zu nehmen. „Wir brauchen eine organisatorische, strukturelle und personelle Neuaufstellung", bekräftigte sie. „Man kann nicht weitermachen wie bisher." Die Sozialdemokratie müsse sich Gedanken über ihre Themen machen und diese besser vermitteln. Gerade mit dem Thema Klimapolitik sei die SPÖ im Wahlkampf nicht durchgekommen.

>>> Bericht im „Kurier“ 

(Red./APA)