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Mitreden bei der Krise der Blauen: Wie geht es mit der FPÖ weiter?

Zum Feiern ist den Freiheitlichen nicht zumute. Die Wahl bescherte ihnen eine Schlappe und beim langjährige Parteichef und Ex-Vizekanzler Strache folgt ein Skandal auf den nächsten. Jetzt hat er sich aus der Politik zurückgezogen. Wie soll es nun mit den Blauen weitergehen? Diskutieren Sie mit!

Seit Dienstag gehen Heinz-Christian Strache und die FPÖ getrennte Wege. Zumindest vorerst. Denn der langjährige Parteichef hat aus den zahlreichen Skandalen der vergangenen Monate die Konsequenzen gezogen und seine Parteimitgliedschaft auf ruhend gestellt. Damit ist er einer drohenden Suspendierung bzw. einem Ausschluss zuvorgekommen. Auch von einer eigenen Strache-Liste für die Wien-Wahl, über die bereits gemunkelt wurde, ist vorerst nichts mehr zu hören.

Innenpolitik-Chef Oliver Pink zollt diesem Schritt in einem Kommentar Respekt, denn: „Strache nimmt sich selbst zurück. Und stellt bei aller Enttäuschung über seine Weggefährten die Loyalität über die Egozentrik und spaltet die FPÖ nicht.“

Die Vorwürfe sind noch nicht geklärt, für unseren Gastkommentator Peter A. Ulram sind sie jedenfalls der Grund für die Wahlschlappe: „Die unverfrorene Bedienung aus den Parteikassen durch den selbst ernannten Tribun der „kleinen Leute“ war ebendiesen doch zu viel“, schreibt er.

Neustart in der Opposition

Wie geht es nun aber weiter mit der FPÖ? Parteichef Norbert Hofer, der im Wahlkampf noch deutlich machte, Türkis-Blau unbedingt fortsetzen zu wollen, will nach den herben Verlusten bei der Wahl einen Neustart in der Opposition. Welche Rolle wird Herbert Kickl dabei spielen? Der Ex-Innenminister und Hardliner erhält nämlich immer mehr Gewicht in der Partei. Auch eine Regierungsbeteiligung ist noch nicht völlig undenkbar. Nach monatelangen Verhandlungen kann sich schließlich viel tun. Inhaltlich spricht weiterhin viel für Türkis-Blau, wie der „Presse"-Vergleich der Koalitionsvarianten zeigt.

Thomas Henökl, Professor für Internationale Politik, der in Norwegen lehrt, hält eine Koalition - „nach all den 1000en Einzelfällen und der demaskierten Kleptokratie- und Staatsunterwanderungs-Tendenzen“ dagegen für ausgeschlossen: „Das Experiment mit den Rechtsextremen erweist sich als äußerst volatil, hochnotpeinlich und daher nach Kräften zu vermeiden“. Hier geht's zum Gastkommentar.

Nun ist Ihre Meinung gefragt: Wer ist für die blaue Wahlschlappe verantwortlich? Wie soll es mit der FPÖ weitergehen? Unter welcher Führung? Ist das Vertrauen der Wähler nun für lange Zeit verspielt? Und: Ist eine Regierungsbeteiligung oder ein Comeback des Heinz-Christian Strache noch denkbar?