Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Schnellauswahl
Serie

"Skylines": Ein Rapper-Drama mit viel Testosteron und vielen Klischees

Murathan Muslu als erfolgreicher Gangsterrapper Kalifa.
Murathan Muslu als erfolgreicher Gangsterrapper Kalifa.(c) Netflix (Christian Lüdeke)
  • Drucken

„Skylines“ auf Netflix führt in die Rap-Szene: düster und musikalisch.

Keine zehn Minuten, und schon fliegt die erste Handgranate. Die Opfer sind Albaner. Die Gegend ist rau und düster. Hier will man nicht gerne sein. Drogensüchtige hängen im Park herum. Die verschiedenen Ethnien können sich gegenseitig nicht ausstehen. Die Atmosphäre ist testosterongeschwängert. Unter Freunden spricht man einander mit „Bruder“ an, unter Feinden schon mal als „Schwuchtel“, und wenn die Party abgeht, dann muss es zu einem Rap sein. Davon lebt Kalifa (cool: Murathan Muslu). Er hat es zu einer schicken Produktionsfirma gebracht und thront hoch oben über dem Bodensatz in einem der spiegelnden Hochhäuser der Frankfurter Skyline. Glitzern darf die Finanzmetropole in Dennis Schanz' Netflix-Serie „Skylines“ aber nur, wenn es darum geht, schmutzigen Reichtum zu illustrieren: Kalifa hat sein Startkapital der kriminellen Energie seines unguten Bruders Ardan zu verdanken. Und Raimund (Richie Müller), der selbstgerechte Banker, will mit Insiderwissen abkassieren.

Doch die Serie ist mehr als ein Finanz- und Drogen-Krimi, sie ist vor allem ein Rap-Drama. Edin Hasanović gibt den talentierten Jinn, der von Kalifa unter Vertrag genommen wird: Ein junger Künstler, der vom großen Ruhm träumt und nachts, wenn er an der Hotelrezeption jobbt, mit den Fingern den Beat für seinen nächsten Song trommelt. Er muss bald erkennen, dass er seine Werte über Bord werfen muss, wenn er erfolgreich sein will. Jinn und der Rap sind die eigentlichen Stars dieser Serie – und sie trösten über die Klischees hinweg, in denen „Skylines“ beinahe stecken bleibt.

Seit 27. September auf Netflix.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.10.2019)