Gedenken an das Referendum: Separatisten demonstrieren in Girona. Madrid fürchtet, dass die Bewegung gewalttätig wird.
Reportage

Katalonien: „Jeder könnte morgen dran sein“

Zwei Jahre nach dem Unabhängigkeitsreferendum wachsen die Spannungen: Madrid fürchtet, dass der Separatismus gewalttätig wird. Katalanen gehen auf die Straße. Eine Reportage.

Vor dem Rathaus in Sabadell wird es um 20 Uhr enger. Fröhliche Musik erfüllt den Platz. Dicht vor dem Rathaus bleibt ein großer Kreis frei, in dessen Mitte ein Tisch steht. Dahinter liegt auf dem Boden sorgfältig ausgebreitet ein 25 Meter langes Transparent. Erst als eine Gruppe das Transparent aufhebt, wird auch für Nichteingeweihte klar, dass es sich hier um keine spätsommerliche Kulturveranstaltung handelt: „Freiheit für die Verhafteten. Repression wird uns nicht stoppen“, steht neben einem Bild von explodierenden Handschellen.