In Kärnten steht das teuerste Mahnmal.
Seit Freitagabend besitzt Klagenfurt nicht nur das modernste Fußballstadion Österreichs, sondern auch das teuerste Sportmahnmal der Welt. Offiziell hat es 70 Millionen Euro kostet. Wer weiß, was hierzulande das Wörtchen „offiziell“ bedeutet, kann sich ausmalen, wie viel die Bude tatsächlich verschlungen hat. Mittlerweile ist sie noch gut gebucht mit Testspielen für WM-Teams. Aber bald schon wird es sehr still werden. Austria Kärnten ist „offiziell“ Geschichte. Die Lizenz ist futsch.
Das Perverse an der Situation: In Kärnten gibt es ein tolles Stadion, aber keinen Verein. Andernorts gibt es Mannschaften, die über ein katastrophales Stadion verfügen.
Wr. Neustadt zum Beispiel. Dort sollen bald die Bagger auffahren und ebenfalls ein neues Stadion aus dem Boden stampfen. Sinnvoller wäre wohl, die Truppe zu nehmen und nach Klagenfurt zu übersiedeln. Die Wr. Neustädter Fans haben sich in der ersten Bundesligasaison ohnehin nicht als enthusiastisch erwiesen. Aber Österreich kann sich bestimmt ein zweites Fußballmahnmal leisten.
Apropos Mahnmal. Das dritte steht am Verteilerkreis in Wien-Favoriten. Die Planer des Horr-Stadions gehören dafür noch immer belangt. Bedenkt man, dass Wien eine Millionenstadt ist und die Veilchen nicht gerade am chronischer Fan-Überhang leiden, wäre eine Übersiedlung ...
Nur rein hypothetisch.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.05.2010)