Wettbewerbsgewinner

Wien: O.M.A. macht aus "Leiner" Warenhaus

Statt dem "Leiner" kommt ein Warenhaus in die Mariahilfer Straße. Den Wettbewerb des Bauträgers Signa gewann das Architekturbüro O.M.A.
Statt dem "Leiner" kommt ein Warenhaus in die Mariahilfer Straße. Den Wettbewerb des Bauträgers Signa gewann das Architekturbüro O.M.A.O.M.A

Die historische Fassade bleibt, innen entstehen Warenhaus, Hotel und öffentliche Dachterrasse: Das Architekturbüro O.M.A. gewann den Wettbewerb des Bauträgers Signa zum Umbau des Hauses Mariahilfer Straße 10-18.

„Wir sind vergnügt, unser erstes Projekt in Wien umzusetzen“, meint Ellen van Loon vom O.M.A. (Office for Metropolitan Architecture) in Rotterdam, das sich gegen die Entwürfe von Bjarke Ingels (Dänemark), Kjetil Thorsen (Norwegen) und Hadi Teherani (Iran) durchsetzen konnte. Unter dem Vorstiz von Elke Delugan-Meissl entschied sich die Jury für den Entwurf „The Link", „weil es die komplexen Vorgaben am besten gelöst hat“, so Delugan-Meissl.

Wünsche gab es in der Tat so einige: Es soll als Schnittstelle zum ersten Bezirk und des Kulturdistricts Museumsquartiers neue Impulse setzen, die Tradition des Wiener Warenhauses neu beleben und den öffentlichen Raum miteinbeziehen.

Der Entwurf „The Link“ wird den neuen Gebäudekomplex mit der Stadt verbinden, indem eine Reihe von öffentlichen und kommerziellen Räumen angeboten werden. Das Ensemble wurde in zwei Hauptkomponenten unterteilt: das Kaufhaus auf der Vorderseite und das Hotel auf der Rückseite. Wege führen durch das Ensemble, die begrünte Dachterrasse ist mit Liften und Rolltreppen zu erreichen - und ohne Konsumzwang zu nutzen. Gastronomie soll aber in großer Auswahl vorhanden sein.

Internationales „Know-how“ für Wien

„Wir freuen uns über die Re-Etablierung des Traditions-Warenhauses an einem der interessantesten und spannendsten Plätze in Wien“, meint Christoph Stadlhuber, Geschäftsführer von SIGNA. „Wir sind davon überzeugt, dass das Projekt ein einzigartiges Landmark sein wird.“ Ziel des Wettbewerbs unter dem Arbeitstitel KaDeWe Wien, zu dem zahlreiche Architekten geladen und vier schlussendlich mitgemacht hatten, war, „internationales Know-how nach Wien zu bringen, Leute mit Erfahrung im Bereich Warenhaus“, sagt Stadlhuber. Kostenpunkt ist laut Stadlhuber „über 300 Millionen Euro“, Baubeginn wird 2021 sein.

Das „KaDeWe“ mit einer Glas-Terrazzo-Fassade in beige/grau und zahlreichen Bogenelementen - eine Hommage an das nahe MQ - soll rund 25.000 m2 Verkaufsfläche und 1000 m2 Dachgarten bieten. „Wie viele Bäume gepflanzt werden, wissen wir nicht“, meint van Loon. „Aber unser Ziel ist: So viele wie möglich“. Nun gehe es in die nächste Phase, in der der Entwurf weiter ausgearbeitet werden wird.

Die Entwürfe aller vier Wettbewerbsteilnehmer sind bis 10. Oktober in den Hofstallungen des MQ, jeweils zwischen 14 und 18 Uhr, zu sehen.