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Kinderbuch der Woche: Irrwege durch die Antike

"Die Presse" liest Neuerscheinungen. Diese Woche eine Sammlung von Labyrinthen, die ineinander führen und spielerisch das Weltbild des alten Griechenland vorstellen: „Ariadnes Faden“.

Unter allen Rätselarten sind sie bei Kindern wohl am beliebtesten: Labyrinthe. Einem Netz aus Abzweigungen, Kreuzungen und Sackgassen mit dem Finger zu folgen scheint glückstechnisch in derselben Liga wie Tortenessen zu spielen. Der Illustrator Jan Bajtlik hat nun ein ganzes Buch mit zusammenhängenden Labyrinthen gefüllt, die durch die Mythen des antiken Griechenland führen. Der Name für die großformatige Wegsuche liegt wohl auf der Hand: „Ariadnes Faden“.

In diesem Buch wandert man nun fröhlich mit dem Finger durch das Gewirr der vielen feuerspeienden Köpfe des Ungeheuers Typhon. Oder begleitet Prometheus durch ein Gewirr von Gipfeln, an deren Spitzen seine Taten und seine Bestrafung dargestellt sind. Um die und in der Akropolis ist ebenso ein Wegenetz wie auf der Insel der Zyklopen. Im Beastiarium sucht man seinen Weg an den vielen Misch- und Tierwesen vorbei, etwa Chimaira, Greif oder Skylla. Die Wege sind überraschend unterschiedlich gelegt. Dass dabei auch Grausliches zu sehen ist, liegt auf der Hand. Sie waren ja nicht zimperlich, die mythischen Helden. Wie man, wenn man mehr zu den einzelnen Orten, Taten oder Helden wissen will, auch im sehr ausführlichen Anhang nachlesen kann. Insgesamt ein herrlich verspielter Zugang zu einem Kulturschatz.

Jan Bajtlik: Ariadnes Faden. 80 Seiten. Alter: ab 8 Jahren. Erschienen im Moritz Verlag. 

(c) Moritz Verlag