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Libra: Partner bekommen kalte Füße

Bis 2020 soll die Kryptowährung entstehen.
Bis 2020 soll die Kryptowährung entstehen.imago images/photothek
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Die öffentliche Kritik an der Digitalwährung verunsichert beteiligte Unternehmen.

Wien. Als Facebook im Juni der Weltöffentlichkeit seine Pläne für eine eigene Kryptowährung namens Libra präsentierte, waren die Fronten bald klar. Auf der einen Seite, jener Facebooks, stand ein Konsortium aus knapp 30 Unternehmen, wie die Kreditkartenfirmen Visa und Mastercard sowie Uber und Lyft.

Auf der anderen Seite versammelten sich Notenbanken und Regierungen. Sie fürchten nicht nur negative Auswirkungen auf die Finanzwelt, sondern haben auch Sorge wegen des Umgangs mit Nutzerdaten. Die Kryptowährung ist noch nicht einmal geboren, da sagte Frankreichs Finanzminister, Bruno Le Maire, schon: „Ich möchte es mit aller Klarheit sagen: Unter diesen Bedingungen können wir die Entwicklung von Libra auf europäischem Boden nicht erlauben.“

 

Keine Unterstützung

Bis 2020 soll die Kryptowährung entstehen, unter der Leitung von Facebook, aber unter Beteiligung vieler. US-Medien berichten aber nun, dass Facebooks Libra-Partner zunehmend kalte Füße bekommen. Die starke Kritik an der Digitalwährung veranlasst einige Partner dazu, ihre Beteiligung an dem Projekt zu überdenken. Die Kreditkartenriesen Visa und Mastercard sowie andere Finanzpartner seien durch den Widerstand aus der Politik in den USA und Europa abgeschreckt, schreibt das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf Insider. Demnach sei Facebook bei einigen der beteiligten Unternehmen mit der Bitte abgeblitzt, Libra öffentliche Unterstützung auszusprechen.

Nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg sind auch die Online-Bezahldienste PayPal und Stripe wegen des regulatorischen Gegenwinds inzwischen unentschlossen. Die Unternehmen äußerten sich zu den Berichten nicht.

Facebook hatte jüngst Bedenken von Aufsehern zurückgewiesen, wonach Libra in die Hoheit von Notenbanken eingreifen könnte. Bei der Digitalwährung werde kein neues Geld ausgegeben, was souveränen Staaten vorbehalten bleibe, betonte der für die Entwicklung von Libra zuständige Topmanager David Marcus.

Libra soll nach bisherigen Plänen eins zu eins mit einem Korb von stabilen Währungen und Staatsanleihen abgesichert werden. Wenn jemand Libra mit einer klassischen Währung kauft, soll das Geld direkt in diesen Fonds gehen. Libra würde dann als System für schnelle internationale Überweisungen fungieren. (ag./red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.10.2019)