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KHM

Museumsbund fordert "definitive Bestellung" von Sabine Haag

Italiens Ex-Kulturminister Paolucci stärkt Eike Schmidt den Rücken. Inzwischen fordert der Museumsbund die "definitive Bestellung" von Sabine Haag.

Der Museumsbund Österreich fordert in einem Offenen Brief an Kulturminister Alexander Schallenberg die "definitive Bestellung" von Sabine Haag als Generaldirektorin des Kunsthistorischen Museums Wien (KHM). Damit reagiert der Museumsbund auf die jüngsten Ereignisse im KHM: Der designierte Direktor Eike Schmidt ist einen Monat vor Antritt seiner Position in Wien zurückgetreten.

Haag wird das Haus am Ring erst einmal interimistisch weiterführen. Das ist dem Museumsbund, geleitet von Wolfgang Muchitsch, zu wenig. Und entspricht auch nicht dem Einsatz, den sie zeigte. Weshalb der Museumsbund den Kulturminister "eindringlich“ auffordert, auf ein neuerliches Ausschreibungsverfahren zu verzichten und die Entscheidung der Findungskommission der letzten Ausschreibung als Grundlage heranzuziehen. In diesem Kommissions-Vorschlag sei Haag damals zweitgereiht - "wenn nicht sogar als gleichrangig vorgeschlagen" - hinter Schmidt - gewesen. Man habe "stets die Größe von Sabine Haag bewundert, die damalige Entscheidung nicht wegen Verletzung des Gleichbehandlungsgebotes zu bekämpfen".

Breite debattiert in italienischen Medien

Wellen geschlagen hat Schmidts Absage nicht nur in Österreich, sondern auch in Italien. Dort leitet der Deutsche derzeit die Uffizien und verhandelt um eine zweite Amtszeit. „Dass Eike Schmidt weiterhin in Florenz bleiben wollte, war schon seit längerer Zeit klar“, schreibt etwa die Zeitung. „La Nazione“. „Das Problem ist, dass es die Österreicher erst vor zwei Tagen nach einem Telefonat Schmidts erfahren haben.

Der italienische Ex-Kulturminister und ehemaliger Chef der Vatikanischen Museen, Antonio Paolucci, hofft jedenfalls, dass der deutsche Kulturmanager Eike Schmidt ein zweites Mandat erhält. "Schmidt hat in diesen Jahren sehr gut gearbeitet, er hat grandiose Projekte in die Wege geleitet", so Paolucci.

"Im Interesse der Uffizien und der Stadt Florenz hoffe ich, dass (der italienische Kulturminister Dario, Anm.) Franceschini nach Überwindung des diplomatischen Streits mit Wien - den es gegeben hat, das kann man nicht leugnen - Schmidt als Uffizien-Direktor bestätigt", sagte der Kunsthistoriker.

Zu den großen Projekten, die Schmidt in Florenz initiiert habe, zähle laut Paolucci die Neugestaltung von Sälen in den Uffizien und das Projekt für die Restaurierung des "Corridoio Vasariano", einen aus dem 16. Jahrhundert stammenden 750 Meter langen Medici-Geheimgang. "Diese Projekte brauchen Zeit, bis sie umgesetzt werden können", erklärte Paolucci.

(APA)