Gruene wollen Grundsicherung fuer Kinder
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Mitreden: Welche Familienpolitik braucht Österreich?

Die deutsche Autorin Caroline Rosales ist zum dritten Mal schwanger - und fühlt sich „sozial ausgeschlossen“, vor allem im Berufsleben. Diskutieren Sie mit: Muss sich in der Familienpolitik etwas ändern? Benötigen wir kürzere Karenzzeiten? Und: Muss Teilzeit eine Falle sein?

Die deutsche Autorin Caroline Rosales ist zum dritten Mal schwanger. Und sie ist unglücklich. Nicht wegen ihrer Schwangerschaft, sondern darüber, wie die Gesellschaft damit umgeht. In einem Essay für die „Presse“ schreibt Rosales über das „sehr traditionelle Bild von Männern und Frauen“ im deutschsprachigen Raum. Und die Nachteile, die sich für sie daraus ergeben. Sie spricht vom „sozialem Ausschluss“. Betreuungsplätze, wie etwa in Frankreich, würden fehlen. Gerade im Berufsleben würden Mütter nach wie vor „marginalisiert“ werden, weil sie „der gesellschaftlichen Norm unterworfen werden“. Die endgültige Quittung für die häusliche Versorgung der Kleinen komme „dann Jahrzehnte später mit dem Rentenbescheid."

Dass auf ebendiese Problematik lange politisch nicht reagiert wurde, weiß ÖVP-Politikerin Ingrid Korosec nur zu gut. In der „Presse“ schreibt die  ehemalige Volkswanwältin und ÖVP-Landtagsabgeordnete, selbst Mutter von zwei Söhnen, Großmutter von drei Enkellkindern, über einen jahrzehntelangen Kampf: „Seit den 90er Jahren kämpfe ich für eine automatisches Pensionssplitting für Frauen und stieß zu Beginn auf männliche Ignoranz und später auf bloße Absichtserklärungen“. Erst jetzt trat die ÖVP in ihrem Wahlprogramm dafür ein. Für Korosec ein Sieg - und höchste Zeit, denn als Präsidentin des Seniorenbundes sei sie oft mit weiblicher Altersarmut konfrontiert.

Ein sehr positives Bild zeichnet unterdessen die konservative Autorin Birgit Kelle. Anlässlich des Frauentags schrieb sie dieses Jahr in der „Presse": „Es geht uns Frauen heute in Europa fantastisch“. Sie meint: „Der Backlash der Emanzipation droht in heimischen Breitengraden trotz gegenteiliger Behauptungen nicht durch die renitente Hausfrau, die ihre Kinder immer noch selbst erziehen will, sondern durch die Hybris und Ignoranz feministischer Luxusweibchen, die hart erkämpfte Errungenschaften aufs Spiel setzen, weil sie die neuen Gefahren für Frauen in Zuwanderungsgesellschaften ignorieren."

Solang sich an den langen Karenzzeiten der Frauen nichts ändert, wird sich auch am Gender Pay Gap wenig ändern.

Monika Köppl-Turyna

Monika Köppl-Turyna, Ökonomin bei der Agenda Austria, sieht das Problem in den langen Karenzzeiten für Frauen. Solange werde sich auch am Gender Pay Gap wenig ändern, schreibt sie in einem Gastkommentar. Zudem brauche es „Väter, die sich Zeit für die Betreuung ihrer Kinder nehmen."

Köppl-Turynas Kollege Martin Halla weist unterdessen im „Presse"-Blog „Der ökonomische Blick“ auf Studien hin, die für ihn folgenden Schluss für Österreich zulassen: „Es scheint, als ob Eheleute bereit sind massive Einkommensverluste in Kauf zu nehmen um eine Arbeitsmarktbeteiligung der Mutter abzuwenden."

Apropos: Wussten Sie, dass in Österreich rund ein Drittel der Männer und immerhin 13 Prozent der Frauen es heute in Ordnung finden, Dass Frauen aufgrund ihres „Ausfallsrisikos", etwa wegen Kinderbetreuung, für dieselbe Leistung weniger verdienen als Männer.

Nun sind Sie gefragt: Welche Familienpolitik braucht Österreich im 21. Jahrhundert? Lassen sich Berufstätigkeit und Elternschaft mittlerweile besser vereinbaren? Wo braucht es Verbesserungen? Wie bringen Sie Familie und Beruf unter einen Hut? Diskutieren Sie mit!

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