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Bundesliga

Rapids neue Qualitäten lassen Hütteldorf träumen

Rapid ließ sich in Mattersburg auch von einem Rückstand nicht beirren.
Rapid ließ sich in Mattersburg auch von einem Rückstand nicht beirren.(c) APA/EXPA/THOMAS HAUMER

Die Wiener sind in der laufenden Saison in der Fremde eine Macht – und aus Rückständen werden plötzlich doch noch Siege.

Mattersburg/Wien. Wie schon vor den jüngsten Länderspielen, als Rapid das Derby bei der Austria gewann, haben sich die Hütteldorfer abermals mit einem Sieg in die Bundesligapause verabschiedet. Die Wiener sicherten sich mit einem spät fixierten 3:2 in Mattersburg den vierten Erfolg in den jüngsten fünf Runden und mischen im Kampf um die Nummer-zwei-Position hinter Serienmeister Salzburg voll mit. Grund dafür ist die neu gewonnene Auswärtsstärke. In der Fremde gab es bisher ein Remis und zuletzt vier Siege.

Jener in Mattersburg kam auch glücklich zustande, da der entscheidende Treffer in der 89. Minute durch ein unglückliches Eigentor von Joker Victor Olatunji fiel. „Wir haben das Glück erzwungen“, sagte Christoph Knasmüllner, dessen Schuss von Olatunji per Kopf ins eigene Tor befördert wurde. Es war der Lohn für eine druckvolle Schlussphase der Wiener, in der sich die Burgenländer kaum mehr befreien konnten. „Wir haben fast nichts zugelassen, waren in der zweiten Halbzeit klar besser und haben hochverdient gewonnen“, resümierte Coach Dietmar Kühbauer.

Der Burgenländer durfte sich damit ausgerechnet in seiner Heimat über ein erfolgreiches einjähriges Rapid-Trainer-Jubiläum freuen. „Wir haben ihm ein kleines Geschenk gemacht, das kann man schon so sagen“, sagte Knasmüllner schmunzelnd.

Bezahlt machte sich für die Wiener auch die Umstellung von einem 3-5-2 auf das altbewährte 4-2-3-1-System. Damit gelang das 2:2 durch Christopher Dibon (69.) und eben der Siegtreffer. Die eingewechselten Philipp Schobesberger und vor allem Kelvin Arase sorgten für frischen Wind. „Wir haben das Spiel durch die Systemumstellung zu 100 Prozent kontrolliert und sind mit den beiden Spielern am Flügel gefährlicher geworden“, analysierte auch Kapitän Stefan Schwab.

 

Jugend forscht – erfolgreich

Arase ist einer jener Jungen, die momentan die schwierige Personalsituation Rapids für sich nützen. „Es ist zum Glück so, dass man die jungen Buben bedenkenlos reinwerfen kann“, war Kühbauer, dem Kōya Kitagawa, Thorsten Schick, Srdjan Grahovac, Tamás Szántó und der noch nicht ganz fitte Thomas Murg verletzt fehlten, zufrieden. Auch Dibon blickte positiv in die Zukunft. „Wir werden immer mehr zu einem richtigen Team und können die Ausfälle kompensieren“, sagte der Innenverteidiger.

In Mattersburg mussten die Wiener wie auch schon zuletzt beim Heim-3:3 gegen Hartberg Rückstände wettmachen. Scheinbar eine neue grün-weiße Qualität. „Es zeichnet uns mittlerweile als Mannschaft aus, dass wir Rückstände verkraften können. Solche Comebacks sind uns letztes Jahr nicht gelungen“, erläuterte Schwab. Laut Kühbauer spreche das für die mentale Stärke des Teams. „Es fühlt sich großartig an und zeigt, dass die Mannschaft lebt“, ergänzte Dibon. Die Hütteldorfer können nun mit guter Stimmung in die Länderspielpause gehen. „Vor uns liegen zwei schöne Wochen“, freute sich Kühbauer. Danach geht es am 20. Oktober gegen den WAC um die Fortsetzung des Aufwärtstrends.

Weiter einsam seine Kreise an der Spitze dreht Meister Salzburg. Der Ligaprimus schoss Altach in Wals-Siezenheim mit 6:0 ab und lieferte dabei einmal mehr den Beweis, dass auch der zweite Anzug vorzüglich passt. „Wir sprechen viel über unseren Zusammenhalt, aber die Konkurrenz im Kader ist enorm wichtig. Alle Spieler haben Hunger, weil sie die Topspiele spielen möchten“, sagte Trainer Jesse Marsch. Aus dem starken Kollektiv stach Patson Daka heraus, der gleich drei Treffer erzielte und den verletzten Erling Håland perfekt vertrat.   (red/ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.10.2019)

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