Klassik

Ideale Ariadne, schwerfälliger Bacchus

Pieczonka brilliert mit Strauss in der Staatsoper.

Ein Komponist, der Zerbinetta während ihrer halsbrecherischen Arie weitere Koloraturen aufs Notenblatt kritzelt. Eine Primadonna, die ob des störenden Komödiantenquartetts zu meditieren beginnt. Ein finaler Kuss, der nicht nur Komponist und Zerbinetta, sondern auch ernste und komische Oper vereint: Die Inszenierung von Sven-Eric Bechtolf aus dem Jahr 2012 erwies sich auch in der 27. Aufführung als keineswegs abgespielt. Im eleganten Bühnenbild von Rolf Glittenberg agierte das Ensemble am Sonntag darstellerisch meist souverän, vokal gab es ein paar Dinge auszusetzen. Nicht aber bei Adrianne Pieczonka, die mit ihrer edlen Stimme eine ideale Primadonna/Ariadne war. Sie legte ihre Partie sehr lyrisch und farbenreich an, schaffte herrliche melodische Bögen und wusste auch in den dramatischen Passagen zu beeindrucken, wenn ihre Stimme in der tiefen Lage herrlich abgedunkelt daherkam.