Neues Verständnis

Luxus im Wandel der Zeit

(c) Eva Al Desnudo/Gestalten

Luxus ist längst nicht mehr gleichbedeutend mit Teurem und Glänzendem. Ein neues Verständnis steht für einen aktiven Lebensstil oder gleich gar nichts Materielles.

Von einer eher passiven, mit dem notwendigen Kleingeld unterfütterten Konsumhaltung hin zu einem aktiven Lebensstil; vom bloßen Besitzenkönnen hin zu einer bewussten kulturellen Praxis mit entsprechendem Hintergrundwissen: So habe sich, gemäß einer Analyse der einflussreichen Website Highsnobiety, in den letzten Jahren und Jahrzehnten die Auffassung von Luxus verändert. In dem um viele Texte erweiterten Highsnobiety-Bildband „The New Luxury" (Gestalten Verlag) wird einleitend diskutiert, welchen Parametern dieses neu ausverhandelte Konzept folge. Natürlich geht es weiterhin um das Habenwollen und Sich-leisten-Können, in den Ausführungen dieser Beobachter der internationalen Modeszene ist der folgende aber wohl ein Kernsatz: „Man muss kein Millionär sein, um ein luxuriöses Leben führen zu können." Millennials und Angehörige der noch jüngeren „Gen Z", die in absehbarer Zukunft die überwiegende Mehrheit der Konsumenten von Luxusgütern darstellen werden, haben andere Vorstellungen von ultimativ Erstrebenswertem als vorangehende Generationen. Kooperationen mit aufstrebenden Künstlern und Kreativtalenten, „Street-Credibility", der Einsatz für Belange der Nachhaltigkeit: Das gehört auf die Checkliste von Marken, die nicht in zehn bis fünfzehn Jahren Schwierigkeiten haben wollen, ihre Produkte abzusetzen.