Rektorbestellung

Hochschulrat wendet sich an Bundespräsidenten

Die Rektorbestellung an der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich verzögert sich. Das oberste Gremium befürchtet eine "politische Entscheidung“.

Der Hochschulrat der Pädagogischen Hochschule (PH) Oberösterreich hat sich im Zuge der Bestellung des Rektors in einem Brief an Bundespräsident Alexander Van der Bellen gewendet. Man sei darüber verärgert, dass das Ministerium seit sieben Monaten keine Entscheidung treffe und befürchte, "dass es möglicherweise eine politische Entscheidung" gebe, zitieren die OÖN in der Dienstag-Ausgabe.

Im Dezember 2018 gab es ein Hearing der Kandidaten, anschließend hatte der Hochschulrat als oberstes Gremium der PH OÖ ein Gutachten an das Ministerium geschickt. Dabei wurde der amtierende Rektor Herbert Gimpl, der als SP-nahe gilt, an erster Stelle gereiht, gefolgt von einem Hochschulprofessor, der bereits einmal Vizerektor einer PH in einem anderen Bundesland war.

Sektionschefin versteht Aufregung nicht

Bisher gab es aber keine Entscheidung aus Wien, Gimpl arbeitet seit Ende seiner Amtszeit mit 1. Oktober per Übergangsvertrag. "Warum wird ein entscheidungsreifes (...) Verfahren ohne Not verzögert und die PH OÖ in eine schwierige Führungssituation gebracht?", fragt der Hochschulrat Van der Bellen.

Margareta Scheuringer, zuständige Sektionschefin beim Ministerium für den Bereich Pädagogische Hochschulen Personalentwicklung, kann die Befürchtungen des Hochschulrates "überhaupt nicht nachvollziehen". "Es wäre schön, wenn der Hochschulrat mit uns Kontakt aufnehmen würde", sagte sie Dienstagnachmittag auf APA-Anfrage. Es handle sich um ein laufendes Bestellungsverfahren und sie könne daher nichts zum aktuellen Verfahrensstand sagen.

Anliegen des Ministerium sei es, "die beste Leitung" auszuwählen. Die Ausschreibungskriterien für Rektoren hätten sich in den vergangenen Jahren geändert, es sei die Forschungskompetenz mitaufgenommen worden und dies hätte man mit zusätzlichen externen Gutachten noch bewertet und einzelne Bewerber genauer unter die Lupe genommen. In den nächsten Tagen oder Wochen soll es eine Entscheidung geben, das Verfahren werde so rasch als möglich abgewickelt.

(APA)