Wissenschaft mit Zukunft: Drei ausgezeichnete Nachwuchs-Arbeiten

© Klaus Ranger

Die Wissenschaft braucht gut qualifizierten Nachwuchs. Augmented Reality für Volksschüler, Energieeffizienz in Gebäuden, die Auswirkungen der Landwirtschaft auf Flussökosysteme - drei ausgezeichnete Arbeiten von heimischen Studierenden.

Wissenschaft und Bildung werden die Zukunft der Arbeit maßgeblich beeinflussen, diesen beiden Bereichen kommt in der Informationsgesellschaft eine Schlüsselrolle zu. Deren wichtigste Ressource ist der Mensch mit all seinen Fähigkeiten und Begabungen.  Von Schülerinnen und Schülern bis zu Doktorandinnen und Doktoranden – sie sind die Zukunft der Wissenschaft. Die Investition in die nächste Generation der Forschung ist von großer Bedeutung. Die Wissenschaft braucht gut qualifizierten Nachwuchs, der in der Lage ist, zu Lösungen von komplexen Problemen beizutragen.

Im Rahmen der Wissenschaftspreise des Landes Niederösterreich wird auch der „Wissenschaf[f]t Zukunft Preis“ der NÖ Forschungs- und Bildungsges.m.b.H. (NFB)  in unterschiedlichen Kategorien vergeben – darunter auch erstmals für eine Vorwissenschaftliche Arbeit und für umsetzungsreife Projektkonzepte. Unter den Preisträgerinnen und Preisträgern sind die folgenden drei Nachwuchs-Arbeiten:

Den Energieverbrauch in Gebäuden senken

Ein großer Teil der produzierten Energie wird in Wohn- und Handelsimmobilien verbraucht. Dabei stellen Heizungen, Lüftungen und Klimaanlagen mit über einem Drittel die Hauptverbraucher in Gebäuden dar. Um den Energieverbrauch dieser Geräte zu senken, ist es notwendig den aktuellen Zustand festzustellen. Dafür hat man bisher unterschiedliche Parameter wie Temperatur, Feuchtigkeit, CO2-Anteil aber auch Strömungsgeschwindigkeit mit verschiedensten Sensoren gemessen. Thomas Glatzl hat in seiner Dissertation an der Technischen Universität Wien gezeigt, dass allein durch die Messung des Volumenstroms an strategisch günstigen Positionen bereits eine Aussage über Ineffizienz und mögliche Einsparungspotenziale getroffen werden kann. Im Rahmen seiner Arbeit entwickelte Glatzl einen Strömungssensor, der auf die Bedürfnisse solcher Anlagen zugeschnitten ist und kostengünstig produziert werden kann. Dieser Sensor wird nur mittels Leiterplattentechnologie hergestellt, der erste dieser Art. Diese Arbeit wurde mit dem „Wissenschaf[f]t Zukunft Preis 2019“ in der Kategorie Dissertation/PhD ausgezeichnet.

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Auswirkungen der Landwirtschaft auf Flussökosysteme

Mehr als 41 Prozent des niederösterreichischen Bodens wird für die Landwirtschaft genutzt. Intensive Landwirtschaft hat aber auch negative Auswirkungen auf die Umwelt allgemein und auf Fließgewässer im Konkreten. Landwirtschaft sorgt für einen enormen Eintrag von gelöstem organischem Material (DOM) in Bäche und Flüsse, wodurch sich der ökologische Status des Flussökosystems verändert. In ihrer Masterarbeit an der Universität für Bodenkultur Wien hat Lena Campostrini die Einflüsse von Landwirtschaft auf die Quantität und Qualität der Einträge von gelöstem organsichem Kohlenstoff in Fließgewässer untersucht. In Laborexperimenten erforschte sie, wie sich Dung, gedüngte und ungedüngte Erde jeweils auf die Stoffwechselaktivitäten von Mikroorganismen auswirken, die in Sedimenten von Fließgewässern leben. In den Experimenten zeigte sich, dass gelöster organischer Kohlenstoff aus ungedüngter Erde am schnellsten von den Mikroorganismen abgebaut werden kann. Diese Arbeit wurde mit dem „Wissenschaf[f]t Zukunft Preis 2019“ in der Kategorie Masterarbeit ausgezeichnet.

Mit Augmented Reality die menschlichen Organe kennenlernen

Die Österreicherinnen und Österreicher verfügen im internationalen Vergleich über ein geringes Wissen zu gesundheitsrelevanten Themen. Dies haben Studien der European Health Literacy Survey gezeigt. Um die Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung zu erhöhen, sollte sie bereits in der Schule vermittelt werden. Mit KARLI, einer Smartphone App, die Augmented Reality einsetzt, kann Volksschulkindern auf spielerische Art und Weise vermittelt werden, wie die Organe des menschlichen Körpers aufgebaut sind. KARLI - das Akronym steht für Kindgerechtes Augmented Reality Lern Interface - wurde von einer Gruppe von Studierenden – Mariella Seel, Anna-Maria Lienhart, Michael Andorfer, Patrick Knogler und Johannes Panzenböck – im Rahmen des Masterstudiengangs „Digital Healthcare“ der FH St. Pölten konzipiert. Die App soll in Kombination mit eigens entwickelten Arbeitsblättern verwendet werden, um Kindern der 3. und 4. Klasse Volksschule ein greifbares und begreifbares Lernerlebnis zu bieten. Die Arbeitsblätter sind die Basis für die wesentlichen Lerninhalte etwa zum exemplarischen Thema Herz, für weitere Erkundungen und ergänzende Fragen über das Herz dient der Augmented Reality Modus der App. So kann KARLI den Kindern zeigen, wie der Körper auf unterschiedliche Aufgaben und Anforderungen reagieren kann und welche Gefahren möglicherweise für die eigene Gesundheit drohen. Die Projektgruppe hat für die Umsetzung von KARLI bereits eine Partnerschule ausgewählt, sie kooperiert außerdem eng mit dem Zentrum für Angewandte Spieleforschung an der Donau-Universität Krems. Bei der Wissenschaftsgala 2019 wurde KARLI in der Kategorie "Call for Concept" mit dem „Wissenschaf[f]t Zukunft Preis 2019“ausgezeichnet.

Wissenschaftspreis des Land Niederösterreich

Seit 1964 fördert das Land Niederösterreich herausragende ForscherInnen, die durch ihre Arbeiten einen wesentlichen Beitrag zur wissenschaftlichen Eigenständigkeit des Landes leisten. Jedes Jahr werden an Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen Würdigungs- sowie Anerkennungspreise verliehen. Damit soll die Bedeutung des wissenschaftlichen Schaffens für Niederösterreich unterstrichen werden und jene Menschen geehrt werden, die sich hierzulande für den Fortschritt durch Forschung und Entwicklung einsetzen.

 

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