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Präzise. Pinzetten-Präzision und dennoch völlig unsteril: Eingelegte Sellerie mit Algen-Öl und duftenden Kräutern.
Essen im Geranium

Ein Restaurant als Klassenbester

Das Geranium in Kopenhagen ist gewissermaßen ein Streberlokal, das die Nordic Cuisine nur streift. Alles andere als langweilig.

Die hohen weißen Kochhauben, die in der offenen Finalisierungsküche des Geranium alle außer dem Küchenchef tragen, zeigen schon: In diesem Restaurant geht es etwas anders zu als an anderen Adressen der Foodie-Stadt Kopenhagen, in der ein T-Shirt als Kochuniform niemanden wundert. Die Kochhauben als Insignien französischer Küchenkunst haben einen Grund: Der Geranium-Chef, der Däne Rasmus Kofoed, mag sich zwar bisher keinen Podestplatz bei den „World’s 50 Best Restaurants" gesichert haben, er ist aber der am öftesten beim Bocuse d’Or ausgezeichnete Koch der Welt. Dieser Kochwettbewerb, 1987 von Paul Bocuse ins Leben gerufen, gilt als extrem schwierig. Zwei Rezepte in genau fünf Stunden und 35  Minuten, bewertet von einer internationalen Jury aus Kochkalibern. Rasmus Kofoed gelang es, Bronze, Silber und Gold zu holen. Dazu kommen seit 2016 drei „Michelin"-Sterne – das Geranium war der erste skandinavische Dreisterner (bevor das Maaemo in Oslo und das Frantzén in Stockholm dazukamen).