„Sie halfen nicht in Normandie“

Es war ein bizarr anmutender Exkurs in die Geschichte, mit dem US-Präsident Donald Trump nun aufhorchen ließ.

Washington. Es war ein bizarr anmutender Exkurs in die Geschichte, mit dem US-Präsident Donald Trump nun aufhorchen ließ. Dass er quasi der Türkei grünes Licht für den Einsatz gegen Syriens Kurden gab, verteidigte er nun so: „Die Kurden haben uns nicht im Zweiten Weltkrieg geholfen, sie haben uns beispielsweise nicht mit der Normandie geholfen.“

Dass Kurden weder heute noch damals einen Staat hatten, der in der Lage gewesen wäre, Soldaten und Kriegsmaterial zur alliierten Landung zu schicken, erwähnte Trump freilich nicht. In sozialen Netzwerken wurde er mit Häme überschüttet. Ein kurdischer User aus den USA postete zudem ein altes Schwarz-Weiß-Bild, auf dem ein Kurde in britischer Uniform gemeinsam mit anderen britischen Soldaten während des Zweiten Weltkriegs zu sehen ist. In den britischen Streitkräften hatten damals auch Soldaten aus dem Irak gedient – darunter Kurden.

1946 gab es dann im Westen des Iran sogar kurzzeitig eine Republik Kurdistan, die unter dem Schutz Moskaus stand. Die Kurden in der Region hatten zuvor im Krieg den Alliierten beim Aufbau von Nachschubwegen in die Sowjetunion geholfen. (ag./w. s.)