Rabl versprach als Spitzenkandidat, das „abgesandelte“ Zentrum zu sanieren. Er gewann.
Reportage

Wels – die blaue Modellstadt, die rot wählte

Andreas Rabl soll die FPÖ modernisieren. Ihm schwebt eine „rechtsbürgerliche“ Partei vor. Wie in Wels, wo er als freundlicher Nachbar mit harter Hand regiert. Bei der Wahl half das nicht, die FPÖ verlor stark. Zeit für einen Besuch.

Sollte man es beim Aussteigen aus dem Zug noch nicht gespürt haben, erinnert einen das Schild, das frontal vor dem Bahnhof steht, dass „Wels pulsiert!“ An diesem grauen Oktobertag ist das auf dem fast leeren Vorplatz schwer verifizierbar. Eine Pensionistin steht an der Bushaltestelle. Sie warte vier Monate im Welser Krankenhaus auf ihr MRT und bekomme nach 40 Jahren Arbeit 904 Euro Pension. Das habe sich unter dem FPÖ-Bürgermeister nicht geändert. „Für die kleinen Leute wird nicht viel getan, und in Wien kassieren's ab.“