Kolumne

Wo gibt's hier die Impfung?

Sprechblase Nr. 312. Warum „fieberhaft arbeiten“ gefährlich ist.

Jetzt wird es schön langsam Zeit, sich für die nächste Influenza zu rüsten – keine Bange: Sie kommt wie von selbst, man braucht ihr nicht entgegenzufiebern. Daher gibt es in vielen Unternehmen Impfaktionen: Um Mitarbeitern zu ersparen, hustend, schnäuzend oder mit Gliederschmerzen zur Arbeit zu kommen. Oder gar mit Fieber. Weil mit Fieber arbeiten zu müssen, ist nicht gut. Erstens für die Gesundheit. Zweitens, weil es der Qualität der Arbeit meist nicht sonderlich zuträglich ist.

Da ist es paradox, dass man sich ausgerechnet dann Höchstleistungen erwartet, wenn – Achtung, Sprechblase – „fieberhaft gearbeitet“ wird. Nämlich immer dann, wenn es sich um außergewöhnliche Situationen handelt: Wenn die Zeit knapp oder das Problem besonders knifflig ist.
Also: Lieber abkühlen und auskurieren statt fieberhaft arbeiten.

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

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