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Die Volkspartei ist nun eine Volkspartei

Sebastian Kurz.
Sebastian Kurz.(c) APA/HANS KLAUS TECHT
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Die ÖVP ist wieder dort, wo sie einmal war. Die SPÖ ist weiter davon entfernt denn je. Aber auch sie hat noch ihr gallisches Dorf in diesem Land.

Vom Aristo bis zum Arbeiter, vom Unternehmer bis zum Bauern: Es ist eine breite Wählerkoalition, die Sebastian Kurz da zustande gebracht hat. Die ÖVP ist jetzt eine Volkspartei wie sie es schon lang nicht mehr war. Nun hat freilich jeder seine Partikularinteressen, um ÖVP zu wählen: Der Aristo findet hier sein wertkonservatives Weltbild gewahrt – und nebenbei vielleicht noch seine Forstwirtschaft geschützt. Der Arbeiter, vor allem wenn er Kinder hat, wird sich über den Familienbonus freuen. Der Unternehmer will den Standort gesichert wissen und die Abgaben gesenkt. Und der Bauer wählt sowieso ÖVP – was soll er sonst tun?

Es gibt mittlerweile aber eine gemeinsame Klammer, die Menschen verbindet, die ÖVP wählen, eine, die vor allem auch die neu Hinzugekommenen, vorzugsweise aus dem freiheitlichen Lager, umfasst: die Unzufriedenheit mit der vorangegangenen Migrationspolitik und die Zufriedenheit mit der jetzigen. Das ist der USP, wie man so schön sagt, der Kurz-ÖVP. Eine Migrationspolitik moderat im Ton, aber hart in der Sache. Ohne dieses Thema wäre Sebastian Kurz 2017 wohl nicht Erster geworden. Und nun war es gar nicht mehr nötig, allzu viele Worte darüber zu verlieren. Man wusste ohnehin, wofür Kurz steht.