Sozialpädagogen

Die männliche Ausnahme

Sozialpädagoge Matthias Tüchy in der WG des SOS-Kinderdorfs.
Sozialpädagoge Matthias Tüchy in der WG des SOS-Kinderdorfs.(c) Stanislav Kogiku

Noch immer ist der Anteil männlicher Sozialpädagogen verschwindend gering und das Image von Erziehung eine „Frauendomäne“. Es tut sich zu wenig. Besuch in einer Kinder-WG.

Kaum ist die Eingangstür einen Spalt breit geöffnet, drücken sie Kinderhände sperrangelweit auf und zwei Winzlinge poltern in den Gang der Wohnung, ein bunter Rucksack fliegt freundlich durch die Luft, fast stolpern die beiden über ihre eigenen Füße, so aufgeregt sind sie. „Matthias!“, ruft einer der Kinder, und ohne eine Antwort abzuwarten, legt er mit „Matthias!!“ nach, nur eben noch lauter. Matthias Tüchy steht hinter der Türe zur Küche. Er öffnet die Arme, der Bub fliegt ihn regelrecht an. Und gleich will er beginnen, Tüchy von seinem ereignisreichen Vormittag zu erzählen. Der Pädagoge jedoch weist den Buben zum Esstisch, wo ein kleiner Berg Eierspeis auf dem Teller wartet. Zuerst wird gegessen!