Gala

Fürst Albert: „Wir müssen handeln“

Sandor und Herta Margarete Habsburg-Lothringen und Fürst Albert II. (v. li.) in Wien.
Sandor und Herta Margarete Habsburg-Lothringen und Fürst Albert II. (v. li.) in Wien.(c) APA/HERBERT NEUBAUER

Der Regent von Monaco wurde in der Hofburg für sein Umwelt-Engagement geehrt.

Wien. Angesichts der vielen Vertreter von Traditionsverbänden hätte man sich eigentlich noch die Hoch- und Deutschmeisterkapelle einladen können. So zogen Herta Margarete und Sandor Habsburg-Lothringen, von einem Franz Joseph-Wiedergänger begleitet, leider nur zu Marschmusik aus der Konserve in die Hofburg ein. Später taten sie es ein zweites Mal, dann mit Ehrengast Fürst Albert, der die Auszeichnung „Flamme des Friedens“ bekommen sollte.

Es war ein Abend der Hymnen, der Uniformen, der (zu Smokings getragenen) Orden. Und einer der Schlagwörter − man hätte mitzählen müssen, wie oft das Wort Frieden fiel. Das Programm, durch das „Welt der Wunder“-Moderator Hendrik Hey vor Gästen wie Nuntius Alberto Tricarico, Landtagspräsident Ernst Woller und einiger Botschafter führte, war dicht, reichte von einem Auftritt zweier Tänzer der Down-Syndrom-Tanzgruppe „Ich bin OK“ über einen ungarischen Kinderchor („Go Tell It on the Mountain“) bis zu russischem Kinderballett und noch einer Hymne, jene der „Kindertränen“. Dazu gab es Darbietungen asiatischer Tänzer, Michael Jacksons „We Are the World“ und ein „Alles Friede, Freude und völkerverbindende Freundschaft“ von Thomas Schäfer-Elmayer.

Fürst Albert bedankte sich höflich für die Auszeichnung des Vereins (er sei „tief berührt durch das Symbol“), um dann auf Umwelt und Klimawandel zu sprechen zu kommen. Sein Einsatz, den er seit mehr als 25 Jahren verfolge, sei immer davon geprägt gewesen, „nie zwischen der Zukunft der Menschheit und der Zukunft des Planeten zu unterscheiden.“

Nichtsdestotrotz sei die Versuchung, kurzfristige Eigeninteressen zu verfolgen, allgegenwärtig. Mit seiner Stiftung versuche er, auf die Bedeutung der Ozeane hinzuweisen und die Rolle, die sie beim Klimawandel spielen. „Wir müssen Überzeugungsarbeit leisten und handeln“, forderte Albert und zitierte den damaligen US-Präsidenten Barack Obama, der schon vor Jahren erklärt habe, es werde im 21. Jahrhundert keinen Frieden geben, „wenn wir nicht Verantwortung für den Erhalt unseres Planeten übernehmen.“ (tes)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.10.2019)