Tag eins nach dem Crash: Wer braucht heute noch ein Festnetz?

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Mehrere Stunden war das Telefonnetz von A1 am Montag österreichweit tot. Es gibt banalere Gründe nachzudenken, wie ein derartiger Notfall verhindert und wie auf ihn besser regiert werden kann.

Wer kann sich heute noch an die Vierteltelefone erinnern? Als sich in Mehrparteienwohnhäusern der Städte die Nachbarn eine Leitung miteinander und die Kosten teilen mussten/durften. Wer sich daran erinnert, darf sich nicht mehr jung nennen (wohl aber fühlen, das schon). Wer braucht heute noch ein Festnetztelefon? Wird sich auch daran in ein paar Jahren niemand mehr erinnern können oder wollen? Wir wissen es nicht.

Aber eine Antwort haben wir schon auf die Frage, wer heute überhaupt noch ein Festnetz hat, wer noch ausschließlich über eine Festnetznummer erreichbar ist: die Polizei zum Beispiel; oder die Rettung; die Feuerwehr. Um nur die nicht gerade unwichtigsten Institutionen zu nennen.  

Sie alle waren also am Montag für einige Zeit unerreichbar. Es war kein böser Hacker, es war ein banaler technischer Hardware-Fehler, wird auf telefonische Anfrage (als das wieder möglich war) mitgeteilt. Kann passieren, sicher. Nur: Warum gab es kein Backup beziehungsweise warum hat auch dieses versagt? Nicht sehr beruhigend.   

Wie breitenwirksam ist Twitter?

Es gibt banalere Gründe, darüber und über Möglichkeiten nachzudenken, wie auf einen derartigen Notfall besser reagiert werden kann. Über Twitter Mobiltelefonnummern von Rettungs-Dienststellen in der Region verbreiten zu versuchen, zeugt ja von gutem Willen. Regelmäßigen Twitterern soll ja keine Illusion genommen werden, aber wirklich breitenwirksam sind derartige Maßnahmen wohl eher nicht. Weshalb gibt es keinen einheitlichen Notruf, der ausschließlich im Mobilnetz funktioniert, dessen Nummer leicht zu merken ist und breit kommuniziert wird? Notfälle wie jener vom Montag Vormittag sind prädestiniert um  genutzt zu werden - um aus ihnen zu lernen.