Übernahme

Thalia kauft Buchhändler Kuppitsch und ist offen für Kooperationen

FOLTIN Jindrich / WB
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Der Wiener Traditionsbuchhändler Kuppitsch gehört ab heute zur deutschen Buchhandelskette Thalia. Der Konzern zeigt sich für weitere Kooperationen offen, auch im Nischenbereich.

"Thalia ist es ein großes Anliegen, dass auch andere Buchhandlungen weiter bestehen können", heißt es zu den Beweggründen für die Übernahme des Wiener Traditionsbuchhändlers Kuppitsch. Die geeignete Nachfolge zu finden, sei für viele Buchhändler ein Thema, sagte Österreich-Chef Thomas Zehetner am Dienstag in Wien. Mit Thalia sei Kuppitsch nun auf breitere Beine gestellt und die Kunden könnten vom Thalia-Netzwerk profitieren, so Martin Seidl, bisheriger Teilgesellschafter der 230 Jahre alten Buchhandlung.

Mit der Übernahme sollen die beiden Kuppitsch-Standorte in Uni-Nähe sowie die Arbeitsplätze der langjährigen Mitarbeiter erhalten bleiben. An den Filialen wird vor dem anstehenden Weihnachtsgeschäft nicht mehr viel verändert, Anfang 2020 soll dann das Geschäft in der Schottengasse modernisiert werden, so Zehetner. Der Name Kuppitsch soll bleiben, den Kunden müsse aber auch die Marke Thalia kommuniziert werden.

Herausforderung Amazon

Trotz der Online-Konkurrenz, insbesondere Amazon, werde es weiter stationäre Nischenplayer und kleine Familienbetriebe geben, ist Seidl überzeugt. Auch im ländlichen Raum werde der "literarisch-künstlerische Greißler" künftig nicht an Bedeutung verlieren. "Zwitter-Größen", wie Kuppitsch mit 22 Mitarbeitern, hätten es allerdings schwerer. Da müsse man etwa mehr Geld in den Online-Auftritt stecken, so Seidl. "Die Digitalisierung hat das Wirtschaften nicht leicht gemacht."

Amazon fordert nach wie vor den gesamten Handel heraus, so Zehetner. Solange der Onlineriese nicht stationär auftrete, fehle allerdings der persönliche Aspekt. Der sei vor allem im Buchhandel wichtig - das schlage sich auch in den Zahlen nieder: Im per 30. September abgelaufenen Geschäftsjahr haben die Filialen nach Rückgängen wieder ein Umsatzplus verbucht.

In Österreich betreibt Thalia 35 Standorte mit etwa 800 Mitarbeitern. Die Verknüpfung von stationären Filialen, Onlinekanälen und digitalen Services soll weiter ausgebaut werden, zudem will die Kette mit Veranstaltungen mehr Menschen in die Buchhandlungen locken und zum Lesen motivieren.

(APA)

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