Studie

Die wenig digitalisierte Steuerberatung

FILE PHOTO: United States one dollar bills seen on a light table at the Bureau of Engraving and Printing in Washington
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Während die Digitalisierung voranschreitet, gibt es Branchen, die sich dieser eher träge widmen. Eine davon ist die Steuerberatung, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Es gibt Branchen, die gelten als Vorreiter der Digitalisierung. Und dann gibt es Branchen wie die Steuerberatung. Wie eine aktuelle Studie von Lexis Nexis, Mindtake und Datev zeigt, sind Buchhaltung und Steuerberatung weit davon entfernt, digitale Vorreiter zu sein.

Der Studie zufolge sind Dokumentenmanagement (78 Prozent), elektronischer Datentransfer (75 Prozent), Automatisierung der Buchhaltung (73 Prozent), Rechtsdatenbank (71 Prozent) und Papierloses Buchen (70 Prozent) Tätigkeiten, die bereits bereits digitalisiert wurden. Blockchain (2 Prozent), Tax Tech Start-ups (2 Prozent) oder KI-Tools (4 Prozent) spielen aber keinerlei Rolle. Auch bei der Interaktion mit Klienten wird bisher auf den Versand von Newslettern (73 Prozent) und Social Media (45 Prozent) vertraut. Datenanalyse der Kunden gibt es kaum.

Zwar sind die Ergebnisse mit Vorbehalt zu bewerten (lediglich 149 Personen wurden dafür befragt), sprechen dennoch für die Annahme, dass der Digitalisierungsgrad in der Steuerberatung endend wollend ist. „Interessant ist die Selbst- und Fremdeinschätzung der Befragten“, sagt Sophie Martinetz von Seinfeld Professionals, die an der Studie mitarbeitete. Das eigene Unternehmen werde um vieles digitaler eingeschätzt als die Konkurrenz. „Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.“ Die Selbst(über)einschätzung sei überraschend, auch im Vergleich zu anderen Branchen: „Anscheinend sind die Steuerberater viel an Zahlen gewohnt und glauben daher, das ist das Ende der Digitalisierung.“ 

Einheitliche Lösungen notwendig?

„Eine große Herausforderung ist immer noch, die ganze Buchhaltung zu digitalisieren. Doch dabei besteht keine Dringlichkeit wie in anderen Branchen.“ Start-ups wie Abacus arbeiten mit Software-Anbietern zusammen, um den Grad der Automatisierung zu erhöhen. Dennoch sei Künstliche Intelligenz für viele das „Unwort“ des Jahres: „Es gibt Ängste, dass die Digitalisierung den Steuerberater ersetzen kann“, sagt Martinetz.

Dennoch sei es notwendig, dass Software-Anbieter wie BMD eine einheitliche Lösung anbieten, auch wegen der vielen Schnittstellen im Buchhaltungsprozess. Martinetz ist sich sicher: „Der nächste Schritt ist notwendig und der kommt sicher.“

(red.)