Nigerianischer Künstler

Erst durch Google-Suche erkannten Besitzer Wert: 1,3 Mio. Euro für Enwonwu-Gemälde

BRITAIN-NIGERIA-ART-AUCTION
Ausschnitt aus "Christine" von Ben Enwonwu(c) APA/AFP/SOTHEBY´S/HANDOUT (HANDOUT)

Maler Ben Enwonwu ist einer der wichtigsten Vertreter des afrikanischen Modernismus, geriet aber in Vergessenheit. Nun erzielte eines seiner Bilder das Siebenfache des Schätzwertes.

Das Gemälde „Christine“ des nigerianischen Künstlers Ben Enwonwu hat bei einer Auktion bei bei Sotheby's in London umgerechnet 1,3 Millionen Euro erzielt. Bei der Versteigerung erzielte es mehr als Siebenfache des Schätzwertes. Dabei war der Familie, die das Bild zuvor besessen hatte, dessen Wert die längste Zeit nicht bewusst.

Das Werk hatte sich zuletzt im Besitz der Familie jener Christine befunden, die 1971 in der nigerianischen Großstadt Lagos für das Gemälde Modell gesessen hatte. Christine war Friseurin und die Ehefrau eines amerikanischen Missionars. Ihr gelang es, bei den Porträtsitzungen so still zu sitzen, dass das Bild innerhalb einer Woche fertig war, schreibt die „New York Times". 

1978 übersiedelte das Gemälde dann mit der Familie zurück nach Texas. Erst, als die Familie mit Google nach der Signatur des Malers suchte, erkannte sie, dass es sich dabei um ein Kunstwerk von großem (finanziellen) Wert handelte.

Geriet in Vergessenheit

Odinigwe Benedict Chukwukadibia Enwonwu, besser bekannt als Ben Enwonwu, gilt als einer der wichtigsten Vertreter des afrikanischen Modernismus des 20. Jahrhunderts. Zu Lebzeiten wurde er gefeiert. Er fertigte auch eine Statue der britischen Königin Elisabeth II an, die für ihn auch Modell saß.

Nach seinem Tod 1994 geriet er in Vergessenheit. Nun wird er langsam wieder entdeckt. So wurde ein Porträt der Prinzessin Adetutu "Tutu" Ademiluyi im Frühjahr 2018 für rund 1,4 Millionen Euro versteigert, dem Vierfachen des Schätzwerts.

>> Bericht in der „New York Times"

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Ben Enwonwu porträtierte die Friseurin Christine 1971 in Lagos(c) APA/AFP/SOTHEBY´S/HANDOUT (HANDOUT)

 

(APA/AFP/Red.)