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Kolumne

Wo ein Wille ist, entsteht ein Weg

(c) Getty Images/iStockphoto (Marcus Millo)
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Auf zum Traumjob. Folge 13. Nikolaus Herzog (55) schaffte den Jobwechsel in eine völlig neue Branche

Hanschitz: In welcher Situation haben Sie sich nach der Trennung von Ihrem letzten Unternehmen wiedergefunden?

Herzog: In meinem letzten Job war ich gerade mal 2 Jahre „alt“, als es zum Merger mit einem anderen Unternehmen kam. Ich hatte, ganz klassisch, Angst vor Arbeitslosigkeit, Imageverlust und der Reaktion von Freunden und Familie. Darüber hinaus war die Sorge groß, erneut mit viel Einsatz wo anzufangen, nicht Schritt halten zu können und letztlich aus der Leistungsgesellschaft „hinauszufallen“.

Inwieweit hatten Sie schon eine Vorstellung wie es weitergehen soll?

Ich wollte eine absolut sinnstiftende Tätigkeit für mich, bei der ich 100 Prozent hinter dem Geschäftsmodell, der Branche und meiner Tätigkeit stehen kann. Gleichzeitig stellte ich mir die Frage, ob es so etwas überhaupt gibt. Einfach so halbherzig weitermachen kam für mich nicht mehr in Frage. Dabei drängte sich als Ziel für mich der NGO Sektor auf. Ich wollte in eine NGO, wusste aber noch nicht wie ich das angehen soll.

Wie haben Sie diese Übergangszeit im Rückblick erlebt?

Ich hatte enormes Glück mit meinem letzten Arbeitgeber. Mein hoher Einsatz wurde durch eine Phase der Freistellung honoriert. Ich bekam alle Möglichkeiten und Support, um mich beruflich neu zu orientieren. Mehrere Monate hat es dann allerdings schon bis zum neuen Job gedauert.

Ich habe in den Monaten vermehrt Dinge getan, für die immer zu wenig Zeit war: Zum Beispiel Reisen. Auf der anderen Seite habe ich aber schon strukturiert an meiner Neuorientierung gearbeitet. Gut war auch, dass ich mich für eine New/Outplacement Beratung entschieden habe. Meine Frau, Kinder und Freunde waren zwar eine enorme Stütze, aber hatten letztlich ihr eigenes Leben zu führen.

Der professionelle Berater half mir beim Entwickeln der Wege und der Zielfindung. Darüber hinaus gab es Tipps um professionell und zeitgemäß im Bewerbungsprozess aufzutreten. Es war für mich extrem wichtig, von professioneller Seite Tipps und konkrete Übungen zu bekommen, die mir geholfen haben mein Selbstvertrauen aufrecht zu erhalten.

Welche Tipps würden Sie jemandem in derselben Situation geben?

„Nur nicht nervös machen lassen“, das war einer meiner Leitsätze. Außerdem bin ich durch Kontakt mit Personalvermittlern schnell drauf gekommen, dass es nicht stimmt, dass man über 50 in einer ausweglosen Situation ist. Das ist schon eine Art Hysterie.

Heutzutage, in einer Zeit, wo es immer schwieriger wird, gute und geeignete Mitarbeiter für das Unternehmen zu finden und diese zu halten, werden erfahrene Führungskräfte wieder stärker gesucht. Denn: Erfahrung zählt wieder mehr.

Wie haben Sie den Wechsel vom Profit- in den Non Profit-Bereich geschafft?

Ich bin vor allem auf Anraten meines Beraters massiv in das Thema Networking eingestiegen, obwohl mir das grundsätzlich eher nicht liegt. Es gelang relativ schnell ein paar entscheidende Kontakte, egal ob per Telefon oder über Social Media, zu bekommen und mit diesen persönliche Treffen zu organisieren.

Überraschend war für mich, dass alle bereit waren, sich zu treffen oder zumindest ein längeres Telefonat mit mir zu führen. Ein Kontakt ergab dann meistens weitere drei bis vier neue Kontakte. In einem nächsten Schritt habe ich eine Welle von Initiativbewerbungen bei knapp 40 Unternehmen gestartet.

Letztlich habe ich drei konkrete Angebote an Land gezogen, alle mit Hilfe des Netzwerks und nicht aufgrund der Bewerbungen.

Wie fühlt es sich an, diesen Wechsel geschafft zu haben?

Ich bin natürlich sehr zufrieden und erleichtert darüber, dass sich mein hoher Einsatz gelohnt hat. Das Quäntchen Glück hatte ich aber auch auf meiner Seite. Ich bin in einer sehr renommierten und professionell agierenden NGO gelandet. Dort habe ich eine breit angelegte Führungsposition übernommen, in der ich all meine Stärken und Erfahrungen gut einsetzen kann.

 

Michael Hanschitz ist seit nunmehr 15 Jahren als New/Outplacementberater, Autor und Karrierecoach tätig. Er ist Gründer des Beratungsunternehmens Outplacementberatung (www.outplacementberatung.co.at) und Autor des Buches Menschen fair behandeln. Mit seiner Arbeit unterstützt er Menschen und Organisationen in schwierigen Veränderungsprozessen. Beraten mit Herz und Verstand lautet seine Devise.

Michael Hanschitz
Michael Hanschitz(c) Marek Knopp

 

 

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