Klima und Kultur

Welt im Wandel

Kreativität statt Krisenstimmung: Diesem Motto folgen Kulturschaffende, wenn sie Klimawandel oder Artensterben zum Thema machen und so in ihrem Wirkungsfeld neues Bewusstsein schaffen.

Natur, die nicht bloß eine ausgebeutete Ressource ist. Eine Umweltkrise, die zur Chance auf eine nachhaltigere, gerechtere Welt umdefiniert wird: Utopien, die es bisher nur in Geschichten gibt. Erzählungen dieser Art braucht es allerdings dringend, meint Philipp Weiss: Literatur berührt, regt die Vorstellungskraft an, also könne sie auch zum notwendigen Handeln motivieren. Erzählen ist freilich das Metier des Wiener Autors. Welche Geschichten haben wir, um die Welt zu erklären, welche brauchen wir, um uns die Zukunft als wünschenswert vorzustellen? „Meine Grundthese ist, dass wir für die Komplexität der heutigen Welt keine Sprache mehr haben. Aber was wir nicht erzählen können, können wir nicht verändern.“ Gerade beim ­abstrakten Klima sei die Sprache – die Benennung dessen, was möglich ist – ein Knackpunkt. Und so betrachtet Weiss es als seine moralische Pflicht, als Schriftsteller auf die ökologische Krise zu reagieren.