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Roms linkspopulistische Bürgermeisterin, Virginia Raggi, bei der Eröffnung der U-Bahn-Station San Giovanni, Mai 2018.
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Reportage

Roms zweieinhalb U-Bahnen

Nach viel hin und her wird der Weiterbau der Metrolinie C wohl enden. Und zwei riesige Tunnelbohrmaschinen werden unter der Erde bleiben.

Das antike Rom und sein 2000 Jahre altes Erbe lässt die heutigen Stadtplaner und Baufirmen regelmäßig verzweifeln: Wer in der ewigen Stadt zu graben beginnt, stößt mit hoher Wahrscheinlichkeit auf archäologisch wertvolle Funde – und damit auf einen sofortigen Baustopp. Ein Grund, warum Rom bis heute nur zweieinhalb U-Bahn-Linien hat. Ob daraus je drei werden, das glaubt langsam niemand mehr: Der Bau der neuen Metrolinie C stockt. Wieder einmal. Doch dieses Mal scheinen die Pläne endgültig begraben zu werden – und zwar gleich mitsamt zweier Tunnelbohrmaschinen.

Die Metro C sollte einmal den Osten der Stadt mit dem Viertel um den Vatikan im Nordwesten verbinden. Baubeginn: 2007. Fertigstellung: 2018. So die Planung. Nun, gegen Ende 2019, werden die Pläne indes wohl am Kolosseum, dem Herzen der Stadt, zu Grabe getragen. Und zwei Tunnelbohrmaschinen, die sich eigentlich in den kommenden Monaten bis zur Piazza Venezia durch fräsen sollten, werden unter einer Betondecke verschwinden.

Baufirma vor der Insolvenz. Das Problem: Das Geld fehlt. Die öffentliche Gesellschaft, die den Bau überwacht, steht nach Angaben von Bürgermeisterin Virginia Raggi von der Fünf-Sterne-Bewegung vor der Insolvenz. Die Linie C sei nicht gefährdet, heißt es trotzdem aus dem Rathaus. Doch damit ist wohl nur der bisher fast fertige Abschnitt, der aus dem Osten der Stadt zum Kolosseum führt, gemeint. Dort soll die neue Metrostation, die die neue Linie C an die bestehende B-Linie anschließen wird, 2023 eröffnet werden. Liest man die Bekundungen der Bürgermeisterin genau, ist darin auch nur vom bereits „projektierten“ Streckenabschnitt die Rede. Wie und ob es dann vom Kolosseum je weiter Richtung Piazza Venezia und Vatikan geht, wird nicht kommentiert.