Die Grünen ziehen nach einer kurzen Pause wieder ins Parlament ein, der 26-jährige Süleyman Zorba wird am Mittwoch hier zum ersten Mal Platz nehmen.
Nach der Wahl

Wir geloben: Die Debütanten im Parlament

Am 29. September wurden die Machtverhältnisse im Parlament neu geordnet. Die Liste Jetzt ist raus, die Grünen drin – und die ÖVP stellt 71 Mandate. Wer sind die Neuen im Nationalrat? Fünf Neomandatare im Porträt.

Michael Schnedlitz (FPÖ)

Michael Schnedlitz.
Michael Schnedlitz.

Vielleicht kennt man das Facebook-Video. Jenes, in dem Michael Schnedlitz seinen Schulfreund und Trauzeugen, den „lieben Udo Landbauer“, bittet, in die Politik zurückzukommen – und ihm dafür sein Landtagsmandat zur Verfügung stellt. Landbauer ist nach der Causa „Liederbuch“ bekanntlich retour und Schnedlitz nun bald Mandatar im Nationalrat. Wobei ihm wohl auch so nicht fad geworden wäre. Der 35-Jährige ist Vizebürgermeister im Türkis-Blau-Grün regierten Wiener Neustadt und Landesparteisekretär. Schnedlitz gilt als einer der jungen Ehrgeizigen der niederösterreichischen Blauen. Der „geborene Bergbauernsohn“ aus der Steiermark kommt eigentlich aus einer ÖVP-Familie („Mein Vater war ein typischer Landbürgermeister“). In Wr. Neustadt, wo er und sein Bruder in das Militärgymnasium gingen, fanden die Söhne aber zur FPÖ bzw. zum RFJ. Bei einer Burschenschaft war Schnedlitz (anders als Landbauer) aber nie: „Das hat mich nie interessiert.“ Dass er 2016 die Identitären ins Rathaus einladen wollte? Ist für ihn Schnee von gestern. Mit denen hatte und habe er nichts zu tun, sagt er. Überhaupt sei er politisch „praktisch orientiert“: „Parteipolitik spielt für mich die geringste Rolle in der Politik.“ In der Frage Regieren oder Opposition steht er auch auf der Seite der „Regierungsbefürworter“. Inhaltlich sind Landesverteidigung und Soziales seine Steckenpferde. Apropos: Als Sozial- und Integrationsstadtrat macht er gern harte Ansagen, wie den Migrantenanteil der Stadt auf zehn Prozent senken. Freilich bei gleichzeitiger Verbesserung des Integrationsangebots, wie er betont. Was Persönliches betrifft, ist Schnedlitz trotz Social-Media-Präsenz zurückhaltend. Der Grund: Es gab „Todesdrohungen“. Der Täter, ein psychisch Kranker, wurde zwar verurteilt, aber es habe etwas verändert, sagt Schnedlitz: „Meine Frau musste mit unserem Sohn, der ein Baby war, mitten in der Nacht, ausziehen, weil gedroht wurde, unsere Wohnung anzuzünden.“ Damals habe er nachgedacht, das mit der Politik sein zu lassen, aber: „Das Ergebnis sehen Sie ja.“