„Porträt einer jungen Frau in Flammen“: das Setting historisch, der Blick auf die Themen modern.
Filmfestival

Fünf (bzw. 14) Empfehlungen für die Viennale

Am Donnerstag (24. Oktober) eröffnet die Viennale mit dem feministischen Historienfilm „Portrait de la jeune fille en feu“. Das Programm ist weitläufig wie eh und je – doch in wesentlichen Aspekten hat Intendantin Eva Sangiorgi das Profil des Festivals geschärft.

Noch vor den Vorworten, als allererster Text, steht im diesjährigen Viennale-Katalog ein Nachruf auf Eric Pleskow. Am 1. Oktober ist der umtriebige Hollywood-Produzent und langjährige Schutzpatron des Festivals mit 95 Jahren verstorben. Und obwohl er noch ein zukunftsfrohes Geleitwort für die 57. Ausgabe des Wiener Filmevents verfassen konnte, wirkt sein Dahinscheiden wie das letzte Siegel auf dem Ende einer Ära. Denn Pleskows Präsidentschaft verlief fast zeitgleich zur prägenden Viennale-Intendanz von Hans Hurch. Diese fand 2017 ein abruptes Ende, als der Langzeitdirektor einem Herzversagen erlag.

Seine Nachfolgerin, Eva Sangiorgi, hatte, frisch aus Mexiko angereist, nur wenig Zeit, um sich in Österreich zu akklimatisieren und ein probates Programm aus dem Boden zu stampfen. Ihre erste Festivaledition im vergangenen Jahr war ein Werk des Übergangs, das noch stark im Hurch'schen Schatten stand. Doch dass man auf den ersten Blick kaum Unterschiede merkte, förderte die Reibungslosigkeit des Führungswechsels. Diesen September wurde der Vertrag der 41-jährigen Italienerin um fünf Jahre verlängert.