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Kritik

Volksoper: Ein schaumgebremstes Gespenst

Morten Frank Larsens Gespenster-Sir leidet an Todessehnsucht und der Ignoranz der Menschen.
Morten Frank Larsens Gespenster-Sir leidet an Todessehnsucht und der Ignoranz der Menschen.(c) Barbara Palffy

Donnerblech, Kettenrasseln und zum Leben erweckte Gemälde sorgen in „Das Gespenst von Canterville“ für Gruselstimmung. Mehr Tiefgang und Ironie wären schön.

„Uhuhuu“ hallen die Stimmübungen des Gespenstes durch das Schloss. Es rückt seine wallende Perücke zurecht, steigt in den brennenden Kamin und taucht in seinem Gemälde wieder auf. Anfangs noch in seinem Element, wird dem „Gespenst von Canterville“ in der Oper von Marius Felix Lange der Einzug der Familie König zum Verhängnis. Nicht nur, dass die Zwillinge mit Spielzeugpistolen auf das Gespenst schießen, niemand nimmt es ernst. Köstlich der Moment, wenn es gerade zum Spuk ansetzt und der neue Schlossherr ohne Furcht bittet, leise zu sein, seine „Lebensabschnittsdings“ schlafe endlich. Sie will aus dem Schloss ein Halloween-Eventhotel machen, was Königs Kinder verhindern, die sie kopfüber in eine Umzugskiste stecken.