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Eklat Koubek vs Köllerer: "Hab ihm die Gurgel massiert"

Stefan Koubek
(c) GEPA pictures (Gepa Pictures/ Christian Walgram)
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Die österreichischen Tennis-Profis gerieten bei einem Ligamatch aneinander. Nach einer verbalen Auseinandersetzung griff Koubek Köllerer an den Hals. Der Kärntner will zuvor übel beschimpft worden sein. Mit Video.

Zu einem Eklat ist es am Donnerstag im Spitzenspiel des Tennis-Bundesliga-Vergleichs zwischen dem TC Gleisdorf und UTC Straßburg gekommen. Nach einem verbalen Disput zwischen Stefan Koubek und Daniel Köllerer ging Koubek beim Stand von 4:6,3:2 beim Wechsel zur Spielerbank seines Gegners und griff ihm an den Hals, so dass die Bank nach hinten kippte. Der Kärntner Koubek argumentierte, er sei mit einem derben Schimpfwort provoziert worden, doch der Schiedsrichter hatte nichts gehört. So wurde Koubek von Oberschiedsrichter Kurt Gogg disqualifiziert und darf auch in den weiteren Runden am Wochenende nicht mitwirken.

Köllerer hatte nach seinem Aufschlagverlust zum 1:3 postwendend das Rebreak zum 2:3 geschafft und dies lautstark bejubelt. In der Folge kam es zu einem Wortgefecht. "Ich habe mir noch gestern vorgenommen, dass ich mir in diesem Spiel nichts zuschulden kommen lasse. Ich habe in dieser Situation zu Stefan gesagt, er soll sich hinsetzen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger", sagte Straßburg-Spieler Köllerer.

"Die Gurgel massiert"

Auf tennisnet.com schilderte Koubek seine Sicht der Dinge: "Er (Köllerer, Anm.) sagte: ‚Brauchst mi net reizen‘. Daraufhin wollte ich weiterspielen, aber er sagte ‚Setz dich hin‘, woraufhin ich ‚Du sagst mir nicht, was ich zu tun habe‘ gesagt hab und weiter Richtung Court gegangen bin. Dann hat er 'Du Wichser' gesagt und ich hab' ihm die Gurgel massiert. Vielleicht gehört so eine Aktion nicht auf den Platz, aber ich bin Manns genug, um mich nicht beschimpfen zu lassen - schon gar nicht von einem Herrn Köllerer."

Koubek kritisierte auch den Schiedsrichter. "Die Zuschauer rundherum haben gehört, was Köllerer zu mir gesagt hat, nur er nicht."

Nach dem Erstrunden-Aus in Paris hatte Köllerer-Manager Manfred Nareyka das Wort "burn-out" in den Mund genommen. "Davon hat man hier nichts gemerkt, er hat hier schon im ersten Game die Faust geballt und bis zu der Szene eigentlich auch gut gespielt", meinte Koubek, in dessen langer Karriere es so einen Zwischenfall noch nicht gegeben hat. Der 33-jährige Kärntner hatte aber aus seiner Abneigung gegenüber dem Oberösterreicher nie ein Hehl gemacht. "Wenn er ein Mann ist, steht er auf, spielt weiter und zieht mich ab."

Koubek entschuldigt sich - aber nicht bei Köllerer

Am Freitag entschuldigte sich Stefan Koubek für seinen Ausraster.  am Freitag dazu auf www.tennisnet.com. In seinem Web-Tagebuch auf tennisnet.com entschuldigte sich der 33-jährige Kärntner - nicht bei Köllerer, aber beim Publikum und seinem Team, das ja ohne ihn auskommen muss.

"Ich muss mich entschuldigen. Und zwar bei meinen Teamkollegen, beim Mannschaftsführer und beim Publikum. Ich hätte mich gestern nicht so provozieren lassen dürfen. Was ich getan habe, das gehört nicht auf einen Tennisplatz", gestand Koubek. Gegenüber Köllerer will er sich aber nicht entschuldigen. "Was er sich gestern wieder geleistet hat, war nach der ganzen Vorgeschichte von ihm einfach zuviel."

Einen eventuellen künftigen Davis-Cup-Einsatz mit Köllerer im Team wollte Koubek aber nicht ausschließen. "Ich werde mit dem Typen, der mich so provoziert hat, dass ich erstmals in meinem Leben handgreiflich geworden bin, nicht am Tisch sitzen und so tun, als wäre nie was gewesen. Aber für Österreich spielen? Ja. Auch wenn Köllerer im Team steht."

ÖTV-Präsident begnadigt Koubek

ÖTV-Präsident Ernst Wolner sprach ebenfalls am Freitag eine in den Statuten vorgesehene "Begnadigung" aus. Koubek darf damit ab sofort wieder spielen.

Wolner hatte von einem neutralen ÖFB-Funktionär, der Zeuge gewesen war, von der Verbalinjurie gegen Koubek erfahren. Dies hätte zu einer sofortigen Bestrafung Köllerers geführt, teilte Wolner in einer Aussendung mit. Das Verhalten von Koubek sei nicht zu akzeptieren, allerdings habe sich der Kärntner durch sein langjähriges Antreten im Davis Cup große Verdienste erworben, sodass dieser einmalige Vorfall mit Milde betrachtet werden könne. Wolner erklärte weiter, er habe die zwei Spieler zu einer Aussprache aufgefordert.

Amateurvideo von der Auseinanderstzung

(APA/Red.)