Quergeschrieben

Literaturnobelpreis: Gerechtigkeit für Peter Handke

Muss sich ein Schriftsteller Journalistenfragen stellen? Oder spricht sowieso sein literarisches Werk für sich – und für (oder gegen) ihn? Versuch einer Kalmierung.

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„Zerlach den Konflikt“, schrieb Peter Handke Anfang der 1980er-Jahre in seinem dramatischen Gedicht „Über die Dörfer“, und es klingt angesichts der heftigen Kontroverse um ihn wie eine prophetische Handlungsanleitung. Doch niemand lacht, auch der Dichter nicht. Von keinem höre er, „dass er irgendetwas von mir gelesen hat, dass er weiß, was ich geschrieben hab'. Es sind nur die Fragen: Wie reagiert die Welt? Reaktion auf Reaktion“, klagte er jüngst in seinem Südkärntner Heimatdorf, als er von einer Journalistin zu Saša Stanišićs scharfer Kritik befragt wurde, die der aus Bosnien gebürtige Autor bei der Verleihung des Deutschen Buchpreises an Handkes Parteinahme für Serbien geübt hatte: „Lasst mich in Frieden und stellt mir nie wieder solche Fragen!“ Erbittert kündigte Handke an, künftig keine Interviews mehr zu geben.