Champions League

Bayern München: „Nicht wie in Augsburg Tontauben schießen“

Bayern München peilt den nächsten Sieg in der Champions League an.
Bayern München peilt den nächsten Sieg in der Champions League an.(c) APA/AFP/DANIEL LEAL-OLIVAS

Bayerns Alltag besteht aus Spielen, Reisen, ewigen Personalfragen – und Hoeneß-Ansprachen.

Athen. Nach dem 3:0 über Roter Stern Belgrad und dem 7:2-Triumph bei Tottenham Hotspurs peilt Bayern München am Dienstag gegen Olympiakos (21 Uhr, live Sky) den nächsten Sieg in der Champions League an. „Wir reisen nach Piräus, um zu gewinnen. Es wäre ein großer Schritt Richtung Achtelfinale“, betonte Ivan Perisic.

In der Bundesliga blieben die Münchner (David Alaba meldete sich wieder fit) zuletzt beim 1:2 gegen Hoffenheim und 2:2 in Augsburg sieglos. Auch dämpft eine Personalie gehörig die Stimmung: Niklas Süle wird nach Ansicht von Uli Hoeneß den Rest der Saison – und auch die EM 2020 wegen seines erlittenen Kreuzbandrisses verpassen. „So wie es ausschaut, ist die Saison ja beendet, die Europameisterschaft ad acta gelegt, die können Sie total vergessen“, polterte der Vereinspräsident auf dem Münchner Flughafen.

Süle wurde am Sonntag in Innsbruck am linken Knie operiert. „So eine Verletzung ist trotzdem ein Drama“, sagte Hoeneß. Der Ausfall sei dennoch zu kompensieren, fand der im November scheidende Klubchef. Die Defensive stelle sich „mehr oder weniger von selbst auf“, sagte er und warb für Javi Martinez. „Die Abwehrproblematik wird sich sowieso aus meiner Sicht demnächst erledigen, wenn Martinez auf der Sechs spielt. Dann kriegen wir in Zukunft auch weniger Gegentore.“ Umgehend nahm er sofort die Stürmer in die Pflicht: „Das ist die Einstellung: Man muss geil sein auf die Tore. Ich würde mir Sorgen machen, wenn wir keine Chancen hätten. Wenn wir aber wie in Augsburg Tontauben schießen, mache ich mir keine Sorgen.“

 

Müller oder Coutinho?

In den Stammplatz-Debatten in der Offensive stärkte Hoeneß Trainer Niko Kovač den Rücken. Dieser hatte zuletzt sechsmal Neuzugang Philippe Coutinho dem Routinier Thomas Müller vorgezogen. „Es war doch klar, dass, wenn Coutinho kommt, es für Thomas schwieriger wird. Bei den Medien wird jede Woche die Geschichte weitergemacht. Man zwingt den Trainer, ihn (Müller, Anm.) aufzustellen. Das ist eine Schweinerei.“

 


Gruppe A: Brügge – Paris SG, Galatasaray – Real Madrid (je 21 Uhr).
Gruppe B: Piräus – Bayern (live Sky), Tottenham – Belgrad (je 21 Uhr).
Gruppe C: Donezk – Zagreb (19 Uhr), Manchester City – Bergamo (21 Uhr).
Gruppe D: Atletico Madrid – Leverkusen (19 Uhr, live Dazn), Juventus – Lok Moskau (21 Uhr).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.10.2019)