Landstraße

Die Türme an der Autobahn wachsen

So sollen die Wohntürme Triiiple nach der Fertigstellung 2021 aussehen.
So sollen die Wohntürme Triiiple nach der Fertigstellung 2021 aussehen.(c) APA/SORAVIA GROUP/ZOOMVP (UNBEKANNT)

Die derzeit in Bau befindlichen Triiiple-Türme werden noch gut doppelt so hoch, nämlich bis zu 115 Meter. Im Sommer 2021 sollen die ersten Wohnungsbesitzer einziehen.

Wien. Eine gute Verkehrsanbindung kann bei Immobilien auch etwas anderes bedeuten. Denn manchmal gilt das einfach als Synonym für laut. Bei den derzeit in Bau befindlichen Wohntürmen namens Triiiple, die am Standort des einstigen Wiener Hauptzollamts entstehen, ist das der Fall. Denn auch wenn das Bauprojekt mit einer zentralen Lage – „eingebettet zwischen Stadtzentrum, Grünem Prater und Donaukanal“ – beworben wird, merkt man vor allem die Ostautobahn (A4) und die Südosttangente (A23), die sich hier am Knoten Prater treffen.

Aber noch sind die drei Türme, die eine Höhe von mehr als 100 Metern erreichen sollen, nicht fertig. Es kann also durchaus sein, dass, wenn die Fassade inklusive Dreifach-Verglasungen und schmalen Balkonen, die einiges an Schall schlucken sollen, fertig ist, die Autobahnen nicht mehr zu hören sind. „Das ist ein außergewöhnliches Projekt, ein Landmark-Projekt“, sagt Hans-Peter Weiss, Geschäftsführer der Bundesimmobiliengesellschaft Big und der Are Development, der am Dienstag gemeinsam mit Projektleiter und Triiiple-Geschäftsführer Bernhard Ebner von der Soravia durch die Baustelle führte.

„An einem wunderbaren Bauplatz und einem Verkehrsknotenpunkt“, ergänzt Weiss. Gemeinsam mit der Soravia werden gut 300 Millionen Euro in die vom Architektenbüro Henke Schreieck Architekten entworfenen Wohntürme investiert. 2009 wurde mit der Planung begonnen. Die Überplattung der A4 wurde bereits abgeschlossen. Lärmschutzgalerie nennt es Ebner lieber, immerhin soll auf der 4000 Quadratmeter großen Fläche eine Art Park entstehen, der auch mittels Aufzug und Stiegenaufgang zum Donaukanal führt.

Rund 300 Arbeiter sind mit dem Bau der Türme beschäftigt. Während die Türme 1 und 2 rund 500 Eigentumswohnungen beherbergen, soll in Turm 3 ein Studentenwohnheim einziehen. Der Turm wurde bereits an einen privaten Investor verkauft, der die 670 Apartments dann vermieten wird.

Derzeit sei man mit dem Bauarbeiten etwa im 16. Stock angelangt. Die Türme werden also noch gut doppelt so hoch, immerhin sollen es je nach Turm zwischen 30 und 34 Etagen geben. Alle zehn Tage wachsen die Türme um ein weiteres Stockwerk.

Heizen mit Donaukanalwasser

Obwohl der Rohbau noch nicht fertig ist, wird in den unteren Etagen schon mit dem Einbau der Bäder begonnen. „Sonst würden wir das nicht in der Bauzeit schaffen“, sagt Ebner. Im Sommer 2021 sollen die ersten Wohnungseigentümer einziehen. Bis jetzt laufe die Vermarktung, die bereits im Sommer 2017 begonnen hat, sehr gut. Bei Turm 1 liege die Verwertungsquote bei 85 Prozent, bei Turm 2 seien knapp 50 Prozent der Wohnungen verkauft.

Die Wohnungsgrößen liegen zwischen 30 und 165 Quadratmetern. Die Preise variieren stark je nach Stockwerk. Bei den unteren Etagen liege man bei knapp 4000 Euro pro Quadratmeter, in den oberen Etagen liegen die Quadratmeterpreise im fünfstelligen Bereich. Auch eine hauseigene Bibliothek, Gastronomie und ein Supermarkt, ein Kindergarten, ein eigener Concierge und je zwei Pools pro Dach stehen den Bewohnern zur Verfügung.

Geheizt und gekühlt werden die Türme mit dem Wasser aus dem Donaukanal, wofür ein eigenes Flusswasserentnahmebauwerk gebaut wird. „Wir haben dadurch eine sehr gute CO2-Bilanz“, sagt Ebner. Das sei auch bei anderen Türmen, die am Donaukanal liegen (etwa dem Ringturm), üblich.

Zusätzlich zu den drei Türmen des Triiiple-Projekts sei aber auch noch ein vierter Turm geplant, der zeitlich versetzt gebaut werden soll. Dabei soll es sich um ein kleineres Gebäude für Büros handeln. „Wir sind noch in Planung, aber wir brauchen die Liegenschaft derzeit für die Logistik der Baustelle“, so Ebner. Der Bezirk steht hinter dem Projekt – inklusive des vierten Turms. „Wir sind noch in Verhandlungen, da wollen wir als Bezirk ein bisschen mehr als die Stadt“, sagt die stellvertretende Bezirksvorsteherin Susanne Wessely.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.10.2019)