Kritik

Ein „Werther“ mit italienischen Unarten in der Staatsoper

Jules Massenets „Werther“
Jules Massenets „Werther“Staatsoper Wien

In der Wiederaufnahme der Massenet-Oper enttäuschen die Zentralpartien.

Die Zeit der jüngsten Erfolge, von Brittens „Sommernachtstraum“ bis zur „Frau ohne Schatten“, ging allzu schnell vorbei. Der graue Opernalltag hat uns wieder mit Jules Massenets „Werther“ – in den Zentralpartien neu besetzt mit zwei eher plumpen Sängern. Dass das Musikdrama in der altbackenen, unfreiwillige Parodien nicht aussparenden Inszenierung von Andrej Serban dennoch teilweise stattfindet, dafür sorgt ein bestens motiviertes Staatsopernorchester mit kostbar schmachtenden Soli von der Konzertmeisterin sowie von Flöte, Oboe und Cello. Der Franzose Frédéric Chaslin kennt das Stück nicht nur auswendig, er dirigiert konzentriert mit Animo und sorgt dafür, dass es nicht im wienerischen Vibratomeer ertrinkt.