Musik

Komponist Hans Zender gestorben

Der Deutsche war „mitten in den Proben“ für seine komponierte Interpretation der Diabelli-Variationen, meldete das Klangforum Wien.

Der deutsche Dirigent und Komponist Hans Zender ist in der vergangenen Nacht 82-jährig verstorben. Das meldet das Klangforum Wien, das seit seiner Gründung im Jahr 1985 dem Künstler "in tiefer Freundschaft verbunden" war, wie es am Mittwochabend hieß.

Die Nachricht habe das Ensemble "mitten in den Proben für Hans Zenders komponierte Interpretation von Ludwig van Beethovens Diabelli-Variationen, '33 Veränderungen über 33 Veränderungen für großes Ensemble', die das Klangforum Wien am 26. Oktober im Rahmen seines Projekts 'Happiness Machine' im Wiener Konzerthaus aufführen wird", erreicht. "Hans Zender war nicht nur einer der bedeutendsten Komponisten seiner Generation, er war zugleich einer der herausragenden Dirigenten und Orchesterleiter und der wohl fruchtbarste und tiefste Musikdenker und -schriftsteller seiner Zeit", so Klangforum-Intendant Sven Hartberger. "Das Klangforum Wien würdigt Hans Zender als einen außergewöhnlichen Menschen, der sich zeitlebens rastlos bemüht hat, seine vielen Begabungen mit großer Offenheit und unermüdlichem Arbeitseinsatz zu Blüte und Frucht zu bringen."

Hans Zender wurde am 22. November 1936 in Wiesbaden geboren. Er studierte Komposition, Klavier und Dirigieren und bekleidete in der Folge zahlreiche Positionen im deutschen Musikleben. So war er u.a. etwa Chefdirigent der Oper Bonn und des Rundfunk-Sinfonieorchesters Saarbrücken, Generalmusikdirektor in Kiel und an der Hamburgischen Staatsoper sowie Professor für Komposition an der Frankfurter Musikhochschule. In Wien wurde bei den Festwochen 2018 seine komponierte Interpretation von Schuberts „Winterreise“ aufgeführt. In der Nacht auf Mittwoch ist er 82jährig verstorben.

Zender galt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Komponisten in Deutschland, der die vielfältigsten Einflüsse in seinem Werk verarbeitete. "Besonders die beiden zuletzt erschienenen Bücher 'Waches Hören. Über Musik' (2014) und 'Denken hören - Hören denken' (2016) zeigen den Autor in der außerordentlichen philosophischen Verdichtung seines Wissens auf dem Gipfel seiner universalistischen Weltbetrachtung", hebt Hartberger die tiefe theoretische Auseinandersetzung Zenders mit der Musik hervor. (APA)