Champions League

Als die Festung Hohensalzburg fiel

Mertens (l.).APA/KRUGFOTO

Erstmals seit knapp drei Jahren geht Red Bull Salzburg zuhause als Verlierer vom Platz. SSC Napoli gewinnt 3:2, Matchwinner Dries Mertens wandelt auf Maradonas Spuren.

71 Heimspiele, davon 19 im Europacup, war Salzburg ungeschlagen gewesen, vom 27. November 2016 bis zu diesem gestrigen Abend, den 23. Oktober 2019, als SSC Napoli mit seinem Starcoach Carlo Ancelotti ein in dieser Hinsicht denkwürdiges Champions-League-Gastspiel in Wals-Siezenheim gab. Die Italiener gewannen 3:2, nicht unverdient ob ihrer viel zitierten Cleverness, und thronen damit nach drei Spieltagen weiterhin an der Spitze der Gruppe E.

Es war ein Geniestreich, der das Starensemble von Ancelotti auf die Siegerstraße brachte: Ein Pass und eine Kopfballvorlage reichten, und Dries Mertens hatte im Salzburger Strafraum völlig freie Bahn (17. Minute). Die rund 1500 Napoli-Fans unter den 29.520 Zuschauern (ausverkauft) brannten ihre (freilich verbotene) Pyrotechnik ab.

Auch Treffer Nummer zwei besorgte der belgische Goalgetter Mertens (64.). Dabei hätte die Salzburger Hintermannschaft um Abwehrchef Andre Ramalho gewarnt sein müssen. Bis zum ersten brandgefährlichen Auftritt des Belgiers, der nun mit seinem 116. Treffer im Napoli-Trikot Klublegende Diego Maradona (115) überholt hat, hatte es gerade einmal eine Minute gedauert.

Doch Rückschläge wegzustecken ist mittlerweile ein Markenzeichen der jungen Truppe von Jesse Marsch geworden. Bitter für die Hausherren: Jungstar Erling Haaland hatte schon in der achten Minute eingenetzt. Erst der Video-Referee erkannte ein Abseits. Auch bitter: Goalie Cican Stankovic verletzte sich beim Zurücklaufen (!) und musste nach 30 Minuten passen – kurios.

Dennoch schlug Salzburg gleich zwei Mal zurück. Österreichs Meister spielte die Italiener phasenweise regelrecht an die Wand. Belohnt wurde man mit zwei Ausgleichstreffern. Erst verwertete Haaland einen Foul-Elfmeter souverän ins linke Eck (40.), dann traf der Norweger auch noch ein zweites Mal (72.). Der erst 19-jährige Senkrechtstarter hält nun schon bei sechs Champions-League-Treffern in dieser Saison. Allein mit seiner Präsenz war der großgewachsene Blondschopf ein stetiger Unruheherd im Napoli-Strafraum.

 

Auch Haalands Teamkollegen feuerten bis zum Schluss aus allen Rohren. Über rechts wirbelte Patson Daka, einzig beim Abschluss blieb der Mann aus Sambia glücklos. Und so war es ausgerechnet der eingewechselte Lorenzo Insigne, der Napolis Siegtreffer besorgte – und dabei eiskalt ausnütze, dass Salzburgs Ramalho wieder nicht auf dem Posten war (73.). Die Chance zur Revanche bietet sich schon am 5. November in Neapel.

 

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