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So schön war es am Wörthersee nicht immer. Vor 50 Jahren stand er kurz vor dem ökologischen Kollaps.
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Serie: "Besser als gedacht"

Wie haben wir die vielen Umwelt-Probleme so rasch gelöst?

Giftige Gewässer, verpestete Luft und absterbende Wälder: Österreichs Umwelt war früher weitaus stärker belastet als heute.

In den Achtzigerjahren war die Mur einer der schmutzigsten Flüsse Europas. Wer Arm oder Bein in die „Drecksuppe“ hielt, musste mit einem Ausschlag rechnen. Wo sie aufgestaut war, stank sie zum Himmel, besonders im Sommer. Schuld daran waren die Abwässer der Papierfabriken am Oberlauf, von Pöls bis Gratkorn. Heute stehen wieder Angler am Ufer, selbst sensible Fischarten wie die Äsche sind zurück. Ein Beispiel, keine Ausnahme: Die Umwelt ist in Österreich heute viel weniger belastet als noch vor einigen Jahrzehnten.

Wasser. Auch der Wörthersee stand Anfang der Siebzigerjahre vor dem Kollaps: Ein dicht besiedeltes Umfeld und Dünger aus der Landwirtschaft reicherten die wenig durchflutete Urlauber-Badewanne zu stark mit Stickstoff und Phosphor an, was die Algen wuchern ließ. Aber durch die Sammlung der Abwässer in der Kläranlage Klagenfurt hat der See längst wieder Trinkwasserqualität. Auch dass man im Umfeld Wiens heute bedenkenlos in der Donau schwimmen kann, ist dem Ausbau von Kläranlagen zu verdanken. Und die Nitratbelastung im heimischen Grundwasser ist seit über 20 Jahren auf einem klaren Trend nach unten.

Luft. Das Umweltbundesamt ist nicht die PR-Abteilung eines Ministers, seinen Analysen ist zu trauen. Der aktuelle Jahresbericht zeigt bei den Zeitreihen ein einheitliches Bild: Die Luft im Land wird sauberer. Ob Feinstaub, Stickoxide, Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid oder Schwermetalle wie Blei und Nickel: Die langfristige Trendlinie geht nach unten. Einzig beim Stickstoffdioxid gab es in den Nullerjahren durch den Dieselboom einen Anstieg, aber auch er ist mittlerweile korrigiert.

Wald. „Über allen Wipfeln ist Gift“, titelte der „Stern“ 1981. Der Spiegel toppte mit: „Der Wald stirbt.“ Und rasch lautete die Losung: „Erst stirbt der Wald, dann stirbt der Mensch.“ Fotos von abgestorbenen Fichten im Erzgebirge zeigten Schockwirkung. Die kollektive Angst vor den Folgen des sauren Regens brachte in Deutschland wie Österreich Zehntausende Bürger auf die Straße und die Grünen in die Parlamente. Heute ist über allen Wipfeln wieder Ruh. War das Waldsterben nur Hysterie? Im Prinzip stimmte die Diagnose: Das Schwefeldioxid aus der Verbrennung von Kohle und Öl bildet in der feuchten Luft Schwefelsäure, die mit abregnet und den Waldboden übersäuert. Das beschädigt die Feinwurzeln der Bäume und schwächt deren Widerstandskraft gegen Käfer, Pilze, Frost, Hitze und Dürre.

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