Dank „Brexit-Effekts“ will Litauen mit Investitionen und zukunftsträchtigen Jobs die Abwanderung stoppen. Lokalaugenschein in der Hafenstadt Klaipėda.
Vor vier Jahren kehrte Tadas Kubilius Dänemark den Rücken und kam in seine litauische Heimatstadt Klaipėda zurück. „Ich hatte Heimweh“, sagt der 31-Jährige. „Und wollte mein Wissen hier praktisch anwenden.“ Das hat er getan. Fast vier Jahre hat die Entwicklung eines Fahrzeugs gedauert, dessen Prototyp Kubilius nun stolz präsentiert: ein knallblauer Elektrobus namens Dancer, der in den nächsten Jahren die Busflotte der Stadt ablösen soll.
Tadas Kubilius ist kein Einzelfall. Der 31-Jährige kennt an seinem Arbeitsplatz mehrere zurückgekehrte Fachkräfte. Es gibt eine Trendwende, das zeigt auch die Statistik. Seit Jahresbeginn 2019 wanderten mehr Menschen ein als aus. Die Mehrheit davon waren litauische Bürger, gefolgt von arbeitssuchenden Ukrainern. Im Vorjahr verzeichnete Litauen einen Bevölkerungsverlust von „nur“ 3300 Menschen – der niedrigste Wert seit dem EU-Beitritt 2004. Für die Baltenrepublik, deren Bevölkerung seit Jahren schrumpft, sind das gute Neuigkeiten.