Schnellauswahl
Chef's Table

Fixsterne im „A la Carte“-Guide

Restaurant „Zum Schwarzen Kameel“
Restaurant „Zum Schwarzen Kameel“(c) Clemens Fabry
  • Drucken
  • Kommentieren

An dieser Stelle seien ein paar kulinarische Fixsterne empfohlen, die gut geblieben sind.

Gute Ideen sollten drei Merkmale haben: Sie sollten neu sein, einfach zu erklären, und sie sollten etwas bringen, was fehlte. So gesehen ist eine kleine Neuerung im „A la Carte“-Guide eine solche. Unter dem Begriff und Symbol „Fixstern“ – in Rot?! – werden da Restaurants genannt, die gefühlt schon immer da waren, beständige und sehr gute Küche liefern, aber weder um andere („Michelin“-)Sterne kämpfen noch besonderen Neuigkeitswert haben.

Tatsächlich besucht man die als Gernesser allesamt zwar regelmäßig, aber viel zu selten. (Unter uns: Das ist das schwere Los echter Restaurantkritiker, die ständig in neue Lokale rennen müssen und keine Zeit für die Klassiker haben.) Womit wir bei den Fixsternen sind (jenen des Guides und meinen): Angesichts des Wiener Lokalkolorits im Barbereich und im Dauergarten vergisst man mitunter, wie großartig man im „Zum Schwarzen Kameel“ isst und sitzt, aber das Wiener ordert man ebenso wie die Palatschinken. Und Schnecken! Ja, natürlich auch Schinkenbrötchen. (Die neue Campari-Bar des Kameel-Teams ums Eck ist mir übrigens innen zu wenig Bar und zu viel Hotellobby.) In eine ähnliche Kategorie fällt das Vestibül von Christian Domschitz: Im Burgtheater marmoriert essen gehört zu den Highlights von Wien. Dazu zählt auch der Rindfleischklassiker von Mario Plachutta.

Das Fabios gehört zu den meist missverstandenen Restaurants des Landes: Die Küche ist exzellent (Fisch und Fisch!); wer nicht gesehen werden und nicht sehen will, versteckt sich gleich links vor dem Weinschrank. Und: Mein persönlicher Fixstern ist das Kitchen 27 auf der Linken Wienzeile mit seiner großartigen Szechuan-Küche. Nicht schön, nicht geruchsarm – aber besser geht es nicht am Naschmarkt. Und günstiger!

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.10.2019)